Paar Celle Fachwerk, © Celle Tourismus und Marketing GmbH/K. Behre
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Celle


Celle ist eine Stadt voller spannender Gegensätze. Hier verbinden sich auf mühelose Weise Tradition und Moderne. Das Kulturerbe der Residenz- und Fachwerkarchitektur, das die Jahrhunderte überdauerte, prägt auch heute das Gesicht der Stadt. Heute sind allein in der Altstadt fast 500 liebevoll restaurierte, unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser zu besichtigen. Aber in Celle stehen auch zahlreiche Gebäude der Stilrichtung „Neues Bauen“, die in den 1920er und 1930er Jahre das Wohnen in Deutschland revolutionierten: Hier wurde sozusagen der soziale Wohnungsbau erfunden. 

Geografie/Geschichte

Die Kreisstadt Celle an der Aller befindet sich etwa 40 Kilometer nordöstlich von Hannover, 60 Kilometer nordwestlich von Braunschweig und 120 Kilometer südlich von Hamburg. Die Lüneburger Heide liegt direkt vor der Haustür. 

Das berühmte Celler Herzogschloss hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. Die zugehörige Schlosskapelle wurde 1485 geweiht. Der gotische Sakralbau ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Renaissancekunst in Norddeutschland und gilt heute als einziger, fast vollständig erhaltener Kirchenraum Deutschlands aus frühprotestantischer Zeit. Einst war im Celler Schloss der europäische Adel zuhause. Dort residierten Jahrhunderte lang die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Die Celler Herzogin Éléonore gilt als die Großmutter Europas – ihre Nachfahren sitzen heute in zahlreichen europäischen Ländern auf dem Thron. In der Welfengruft in der Stadtkirche St. Marien. liegt die Celler Prinzessin Sophie Dorothea an der Seite ihrer Vorfahren begraben. Und auch ihre Urenkelin, die englische Prinzessin Caroline Mathilde, die als verbannte dänische Königin der Stadt im 18. Jahrhundert Glanz und Glamour verlieh fand hier ihre letzte Ruhe.

Wappen

Das Wappen zeigt eine mit Zinnen versehene silberne Mauer, auf der drei Türme mit roten Dächern stehen. In der schwarzen Türöffnung ist ein schräggelehntes goldenes Schild zu sehen, auf dem sich ein aufrechter, von sieben Herzen umgebener blauer Löwe befindet. 

Touristik

Architektonisch hat die Stadt Celle einiges zu bieten, die historische Innenstadt lockt mit ihren gut erhaltenen Fachwerkhäusern viele Besucher in die Stadt. Die Stadtkirche und das Alte Rathaus sind die ältesten Bauwerke der Stadt. Ein architektonischer Leckerbissen ist auch das Neue Rathaus, ein eindrucksvolles Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert, das eines der größten Bauwerke dieser Art in Deutschland ist.

Liebhaber Moderner Architektur sind in Celle aber genau so richtig, schließlich zählen zahlreiche Gebäude zur Stilrichtung „Neues Bauen“, die in den 1920er und 1930er Jahre das Wohnen in Deutschland revolutionierte. Der Ruf der Stadt war einmalig und hatte Vergleiche mit Berlin oder Frankfurt nicht zu scheuen: Zu den international zehn
wichtigsten Bauwerken des Bauhausstils zählt etwa die Altstädter Schule, welche von dem Celler Architekten Otto Haesler 1927/28 erbaut wurde. Mit dieser so genannten „Glasschule“ und dem daneben stehenden Rektorenhaus wurde der Ort einst zum Architektur-Mekka – und weltweit bekannt.

Des Weiteren steht seit 1998 in Celle das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt. Ein weiterer kultureller Höhepunkt befindet sich im Celler Schloss. Das Schlosstheater Celle, das 1674 gegründet wurde, wird bis heute bespielt und gilt damit als ältestes noch bespieltes Theater Deutschlands. Zudem ist es das älteste Barocktheater Europas. Die Stadt Celle ist Schauplatz der alljährlich stattfindenden Celler Hengstparade – auf der sich die begabtesten Hannoveraner-Hengste präsentieren.Seit Januar 2017 ist Celle auch als erste Stadt in Norddeutschland zur nachhaltigen Destination zertifiziert worden. 

Berühmt

Berühmte Töchter und Söhne der Stadt sind unter anderem Ernst Schulze, Dichter der Romantik und Gabi Bauer, ehemalige ARD-Tagesthemen-Moderatorin. Zu den Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben, zählen Georg Wilhelm, Herzog zu Braun-schweig-Lüneburg und Francesco Maria Capellini, genannt Stechinelli, ein Unternehmer und Hofbankier von Herzog Georg Wilhelm.

Sportliches Highlight ist der jährlich am zweiten Sonntag im März stattfindende „Celler Wasa-Lauf“ – nicht zu verwechseln mit dem schwedischen Pendant. Er ist einer der größten Laufveranstaltungen Deutschlands unterhalb der Marathondistanz. Es gibt inzwischen auch die Disziplinen „Wandern“ und „Walking“.

Zu den auch überregional bekannten Spezialitäten der Stadt zählen die hochprozentigen Kräuterliköre „Ratzeputz“ und „Alter Provisor“. Kulinarisch ist die „Rohe Roulade“ – hergestellt aus Roastbeefscheiben – ein Muss. 

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