Historisches Museum Hannover
© Historisches Museum Hannover/Wilhelm Hauschild

Pre­mie­ren­fie­ber - Ki­no­kul­tur im Han­no­ver der 1950er Jah­re


In den 1950er Jahren entwickelte sich Hannover zur Kino-Metropole und zur Stadt der Uraufführungen. Über ein Jahrzehnt spielte Niedersachsen in der Nachkriegszeit eine herausragende Rolle für den deutschen Film: Bis 1960 entstanden zahlreiche bedeutende Nachkriegsfilme in Filmstudios in Göttingen und Bendestorf (Nordheide). Viele dieser Produktionen wurden in der Landeshauptstadt uraufgeführt. Die Kino-Begeisterung der Hannoveraner* innen veranlasste auch Produktionsfirmen anderer Bundesländer ihre Filme erstmals hier zu zeigen.

Hannover war bereits vor und während des Zweiten Weltkriegs eine Hochburg der Filmkultur. Aber ab 1947 erlebte die Stadt einen regelrechten Kino-Boom. Die Zahl der hannoverschen Kinos nahm kontinuierlich zu. 1958 waren es 52 Lichtspieltheater. Die bekanntesten waren das Palast-Theater in der Bahnhofstraße, die „Weltspiele“ in der Georgstraße und das Theater am Aegi, damals ein UFA Erstaufführungskino mit einer Theaterbühne für Varieté und Operette. Viele deutsche und internationale Stars wie die Hannoveraner Dieter Borsche und Theo Lingen oder Lilo Pulver, Hans Albers, Hildegard Knef, Zarah Leander, Vico Torriani und Anita Ekberg besuchten die Welturaufführungsstadt Hannover und begeisterten ein Massenpublikum.

Die zunehmende Verbreitung des Fernsehens und die Amerikanisierung der Filmkultur veränderten dann zu Beginn der 1960er Jahre die Kinolandschaft und beendeten den Kino-Boom in Hannover.

Die Ausstellung wirft einen Blick auf diese Boom-Zeit des Kinos in den 1950er Jahren. Sie präsentiert Kinoarchitektur, Filme und Stars im Kontext ihrer Zeit. Zwei Filmkabinette vermitteln Eindrücke von populären Filmen der 1950er Jahre. Filmkultur ist ein Spiegel der Gesellschaft, der Themen, Träume und Sehnsüchte, die die Menschen bewegen.

Zeitgeschichtliche Themeninseln stellen daher anhand von Exponaten aus der Sammlung des Historischen Museums Bezüge zu Politik, Stadtbild, Alltag, Medien, Mode, Design und Mobilität der 1950er Jahre her.

Besondere Themenschwerpunkte in der Ausstellung sind u.a.:

  •  Kinoproduktion in Niedersachsen nach 1945
  •  Film- und Kinokultur in Hannover 1948 bis 1958: Verbreitung und Architektur der Kinos, Premieren, Uraufführungen in Hannover, Stars und ihre Fans, Filmgenres des Nachkriegsjahrzehnts
  • Kino und Gesellschaft: Politik, Alltag, Mentalität der 1950er Jahre

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit zwischen Stadtarchiv Hannover, Filminstitut Hannover und dem Historischem Museum Hannover, die jeweils Teile ihrer Sammlungen in die Ausstellung eingebracht haben.

Zur Ausstellung erscheint ein Buch im Wehrhahn Verlag: „Premierenfieber. Die hannoversche Kinokultur der fünfziger Jahre“, Autor: Dr. Peter Struck, hrsg. vom Stadtarchiv Hannover und dem Kommunalen Kino Hannover, 2022, 240 Seiten, Preis: 30 €.

Die Ausstellungskurator*innen Dr. Annika Wellmann, Dr. Peter Struck und Dr. Andreas Urban führen regelmäßig sonntags, um 11.30 Uhr durch die Ausstellung. Die Termine sind auf der Museumshomepage zu finden. Weitere Informationen zu der Ausstellung Premierenfieber finden Sie auf dieser Homepage

Bildunterschrift: Komiker Heinz Erhardt hinter der Bar beim Telefonieren im „Haus der tausend Schnäpse“, der Bar im GOP (Georgspalast), Foto von Wilhelm Hauschild, 29.10.1969

Historisches Museum Hannover

Pferdestraße 6
30159 Hannover
Telefon: 0511168 43052

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