Geschäftshaus in der Königsberger Straße im Freilichtmuseum am Kiekeberg
© Freilichtmuseum am Kiekeberg

Neue Dau­er­aus­stel­lung im Ge­schäfts­haus der „Kö­nigs­ber­ger Stra­ße“


Besuchende bestaunen sechs Läden, eingerichtet mit typischen Konsumangeboten und Dienstleistungen der 1950er bis 1970er Jahre: Textilgeschäft, Fotoladen, Drogerie, Zahnarztpraxis, Schlachterei und Elektrogeschäft mit Werkstatt. Das Geschäftshaus wurde nach historischen Bauplänen rekonstruiert. Es bildet einen Teil des Bau- und Forschungsprojekts „Königsberger Straße“, das im Freilichtmuseum die Entwicklung von Dörfern in der Zeit von 1949 bis 1979 veranschaulicht.

Nach Zeiten der Not zeichnen sich im Wiederaufbau Mitte der 1950er Jahre ein Strukturwandel und steigender Wohlstand der Bürger ab. Es gibt das Bedürfnis die Mangeljahre nachzuholen. Auch auf dem Lande halten die moderne Warenwelt und der Konsum Einzug, weg von der traditionellen Selbstversorgung hin zur Nahversorgung. Das Geschäftshaus der „Königsberger Straße“ verdeutlicht, wie die neue Waren- und Dienstleistungswelt auch auf dem Lande einzog. Die Läden am Kiekeberg sind mit originalgetreuen Einrichtungen und weitgehend mit Originalexponaten eingerichtet. Jedes Geschäft und auch die Zahnarztpraxis stellen beispielhaft Innovationen für die Bewohner kleinerer Orte dar: Lange Wege zu Ärzten fielen weg, Gemeinschaftskühlhäuser und ein eigener Viehbestand wurden zunehmend unwichtiger, durch Medien transportierte, zeitgemäße Vorstellungen von Mode konnten nun auch vor Ort verwirklicht werden. Zudem zogen immer mehr Elektrogeräte in die Haushalte ein – von Kühlschrank und Fernseher bis zum Waffeleisen.

Basis für die Rekonstruktion des Gebäudes ist ein Bauplan von 1961 für eine Ladenzeile, die in Meckelfeld, einem damals stark angewachsenen Ort nahe der Hamburger Stadtgrenze, entstehen sollte. Das Gebäude wurde als Teil einer Wohnsiedlung geplant und zeigt den modernen Anspruch der früheren Grundstücksgesellschaft aus Hamburg. Die sechs gleich großen Laden-Einheiten mit einer großen Fensterfront verbreitern sich zur Straßenseite hin. Der fächerförmige Grundriss wirkt wie ein überdimensionaler Kuchen. Für die Wohnsiedlung wurden schon 1961 Garagen gebaut, um die zahlreicher werdenden Autos sicher abseits des Straßenraums unterzubringen. Besuchende sehen in den Garagen des Freilichtmuseums die museumseigenen historischen Automobile und Motorräder.

  • Freilichtmuseum am Kiekeberg
  • Dienstag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Sonnabend/Sonntag/Feiertag, 10 bis 18 Uhr
  • Der Eintritt kostet für Erwachsene 11 Euro, für Besucher unter 18 Jahren und Fördervereinsmitglieder ist er kostenfrei.

Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg

Nicole Stadach
Am Kiekeberg 1
21224  Rosengarten-Ehestorf
Telefon: (0 40) 79 01 76-12

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