algorithm_WOB 2021
© Anton Ginzburg, algorithm_WOB, 2021, Pigmentdruck, 4,40 x 2,40 m

Kunst-Sta­ti­on: AL­GO­RITHM_WOB


Der Künstler Anton Ginzburg aus New York gestaltet im Auftrag der Städtischen Galerie Wolfsburg die Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg. Bis zum 29. August präsentiert er dort mit ALGORITHM_WOB erstmalig eine künstlerische Komposition, die künstlich generiert wurde. Als Grundlage diente ihm ein JavaSkript, das aus den drei geometrischen Grundformen der Diagonalen, Horizontalen und Senkrechten ganz neue Zeichenformen generiert und zu einer komplexen Gesamtkomposition angeordnet hat.

Mit dem Titel "algorithm_WOB" verweist Anton Ginzburg auf den Produktionsprozess seiner künstlerischen Wandzeichnung, ohne jede handzeichnerische Spur des Künstlers selbst. Die Grundlage dieser Arbeit bemisst sich also nicht einem handwerklichen Talent des Künstlers, sondern seiner künstlerischen Forschung und intellektuellen Auseinandersetzung mit digitalen Technologien und ihren Folgen.

Zugleich setzt der aus Russland stammende und in New York lebende Künstler seine Wandinstallation in direkten Bezug zu der Bodenarbeit des französischen Künstlers Daniel Buren im Hauptbahnhof Wolfsburg. Mit dem Einsatz einer Programmiersprache reflektiert er auch die künstlerische Praxis von Daniel Buren, die dieser selbst als "Produktionsszene" beschreibt und mit der er die Bedeutung des Schauplatzes sowie den Prozess der "Herstellung" eines Kunstwerks dezidiert in den Vordergrund hebt und damit sein Schaffen explizit dem Primat des Abbildens, der Mimesis oder Repräsentation des Bildhaften in der Kunst entgegenstellt.

Erster Stadtrat Dennis Weilmann (Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur): "Die Auswahl an künstlerischen Positionen aus dem In- und Ausland, die von der Städtischen Galerie für die Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg getroffen werden, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Das nun erstmals dort ein generatives Kunstwerk auf der Grundlage einer Programmiersprache präsentiert wird – vis a vis zur Markthalle – Raum für digitale Ideen und der Programmierschule 42 Wolfsburg – ist ein herausragendes Beispiel für die Relevanz von Kunst als visueller Anreiz individueller Reflektion und sozialer Interaktion. Mein großer Dank geht an das Team der Städtischen Galerie sowie den Partnern und Förderern dieses tollen Projekts."

Tobias Festerling (Leiter Bahnhofsmanagement Braunschweig/Göttingen): "Als Zukunftsbahnhof steht Wolfsburg für innovative Konzepte und Ideen und daher freut es mich umso mehr, Reisenden und Gästen der Stadt Wolfsburg am Hauptbahnhof zweimal im Jahr die Kunst kostenfrei zugänglich machen zu können. Dieses einmalige Projekt der DB, welches es nur im HBF Wolfsburg gibt und einen kleinen Wartebereich in eine Kunst-Station verwandelt, erfreut Kunstliebhaber, Reisende und Gäste gleichermaßen. Ein großer Dank geht an alle Partner und Kunstfreunde, die dies möglich machen und die Aufenthaltsqualität steigern."

Die Ausstellung "algorithm_WOB" ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der Neuland Wohnungsgesellschaft und jugend in der galerie e.V. entstanden.

Anton Ginzburg (*1974 in St. Petersburg, Russland) ist ein New Yorker Künstler, der für seine Filme, Skulpturen, Gemälde und textbasierten Druckarbeiten bekannt ist. Er erwarb einen BFA an der Parsons School of Design der New School und einen MFA-Abschluss am Bard College, Milton Avery Graduate School of Arts, Annandale-on-Hudson, New York. Seine Arbeiten wurden unter anderem auf der 54. Biennale in Venedig, dem Palais de Tokyo in Paris, dem San Francisco Museum of Modern Art, dem White Columns in New York und der ersten und zweiten Moskaubiennale gezeigt. Seine Filme wurden unter anderem in der Whitechapel Gallery in London, dem Rotterdam International Film Festival (IFFR), dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin und dem New York Film Festival/Projections gezeigt.

Seit über fünfzehn Jahren kooperieren die Städtische Galerie Wolfsburg und die Deutsche Bahn mit Unterstützung der NEULAND Wohnungsgesellschaft im Hauptbahnhof Wolfsburg. Auf höchstem Niveau werden zweimal jährlich Kunstwerke nationaler und internationaler Künstler*innen im Transitraum der Bahnhofshalle vorgestellt. Markenzeichen des gemeinsamen Kunstprojektes ist seit 2006 die Dauerinstallation des französischen Künstlers Daniel Buren: strenge, gleich breite Streifen – weiß mit einem intensiven Kontrast – die er konsequent flächig oder als räumliche Elemente in einer bestehenden Situation ausbreitet. Seine Kunst ist an prominenten Orten wie etwa dem Hof des Pariser Palais Royal zu sehen. Hier in Wolfsburg konzipierte Buren ein diagonales Gitternetz gleich großer quadratischer Ornamente aus weißen Streifen auf dem anthrazitfarbenen Fußboden des Bahnhofs. Eine weitere Besonderheit des Bahnhofs ist der Durchgang zum Mittellandkanal, eine öffentliche Passage zwischen Stadt und Natur.

Stadt Wolfsburg

Elke Wichmann
Porschestr. 49
38440 Wolfsburg
Telefon: 05361/28 24 93

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