Duckomenta - Das WeltEntenMuseum
© Landesmuseum Hannover

Duckomenta - Das WeltEntenMuseum


Seit Anbeginn der Zeiten teilen wir uns die Erde mit einer charmanten Entensippe, den »interDucks«. Doch während die Menschheit Geschichte schrieb, blieben die Enten lange Zeit unentdeckt. Aber damit ist nun Schluss: Die »DUCKOMENTA« präsentiert die Kulturgeschichte der Welt exklusiv aus Enten­-Perspektive.

Die Legende geht so: Es beginnt in den 198oer Jahren mit einzelnen Fundstücken wie Fossilien, Artefakten oder Skizzen, die vielerorts Irritationen hervorrufen - denn sie alle zeigen Enten, nicht Menschen. Die Wissenschaft weiß die Funde nicht einzuordnen und entschließt sich, sie zugunsten der menschlichen Kulturgeschichte zu ignorieren. Nur eine Gruppe junger Künstler*innen ist fasziniert von den geheimnisvollen Objekten und beginnt, sie zu sammeln und zu erforschen. Stück für Stück entschlüsseln sie so die Geschichte der »interDucks«.

Die DUCKOMENTA präsentiert die Ergebnisse dieser Forschungen - und lädt ein zu einem Rundgang durch die Kunst- und Kulturgeschichte. Denn die Spuren der sogenannten Anatiden (die »Entenähnlichen«) finden sich überall: Die vielfältigen Objekte zeigen eindrucksvoll, dass sie sich nicht nur parallel zur Menschheit entwickelten, sondern auch, dass über Jahrtausende hinweg ein reger Austausch zwischen Enten und Menschen zu herrschen schien.

Die durch die Schau abgedeckte historische Spanne ist umfangreich: Von steinzeitlichen Artefakten wie der »Venus von Villenduck« geht es über »Duckfretete« und »Agamemdux« als Vertreter der Antike ins Mittelalter zum »Altar des Heiligen Dagoberti« und endet schließlich mit der Traumfabrik Hollywood und ihrer »Blauen Ente«.

Der Blick ist dabei nicht ausschließlich auf die westliche Welt gerichtet, auch die außereuropäische Entenkulturen sind vertreten. Die Ausstellung vereint Entendarstellungen der unterschiedlichsten Stilrichtungen: Herausgeputzte Schnabelträger*innen des Barock hängen neben romantischen Landschaften; impressionistische Ölgemälde wechseln sich ab mit Ikonen der Pop-Art.

Das letzte Lebenszeichen der Anatiden stammt aus dem Jahr 1994 - es markiert den Schlusspunkt der »entischen« Kulturgeschichte, denn in diesem Jahr haben die »interDucks« sich entschlossen, die Erde zu verlassen. Zurück bleibt nur die DUCKOMENTA, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Erbe dieser Enten am Leben zu halten.

Die DUCKOMENTA ist ein Projekt der Berliner Künstlergruppe »interDuck«. Mit ironischem Augenzwinkern kreieren ihre Mitglieder seit über 30 Jahren täuschend echte Enten-Exponate. Ihre Techniken reichen von Malerei, Zeichnung und Druck bis zur Bildhauerei. Als Inspiration dienen Ihnen weltberühmte Highlights der menschlichen Kunst- und Kulturgeschichte, die kopiert und »verentet« werden. Dabei bemühen die Künstler*innen sich, nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch den Geist und die Aura des Originals einzufangen. Das Ergebnis bietet eine völlig neue Sicht auf die eigene Kultur. Besucher*innen können ihr Wissen über die eigene Geschichte auf heitere und unbefangene Art und Weise prüfen, hinterfragen und erweitern.

Seit 1986 war die DUCKOMENTA bereits in über 70 Museen in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Schweden zu sehen und konnte über 2 Millionen Besucher verzeichnen. Dabei ist jede Schau ein Unikat, die Auswahl die Werke und das Arrangement werden individuell auf den Ausstellungsort zugeschnitten.

In Hannover wird mit über 300 Objekten die bisher umfangreichste DUCKOMENTA zu sehen sein. Teil der Schau ist auch ein ganz besonderes Highlight: Die »Verentung« eines hauseigenen Kunstwerkes. Der DUCKOMENTA-Künstler Ommo Wille schuf eine (fast) originalgetreue Kopie der »Dame am Strand von Viareggio« von Isaac Israels. Das Ölgemälde wurde 2011 mit Unterstützung des Förderkreises des Landesgalerie e.V. in die Sammlung integriert. Willes Version des Gemäldes zeigt eindrucksvoll, dass sich das Werk nicht nur wegen der hydrophilen Szenerie hervorragend für diese Metamorphose eignet. Auch das weiße Gefieder der »Ente am Strand von Viareggio« fügt sich perfekt in die italienische Landschaft ein mit ihrem warmen Licht und den weichen Farben.

»Diese Schau gibt uns die Möglichkeit, die verschiedenen Sammlungen des Hauses aus einer anderen Perspektive zu sehen. Zugleich eröffnen wir mit der »DUCKOMENTA« die neu gestalteten Räume im 2. Obergeschoss, die dank der Enten nun in den nächsten Monaten auch hinsichtlich des Ausstellungsklimas perfektioniert werden können.«

Prof. Dr. Katja Lembke, Direktorin Landesmuseum Hannover

»Die Frage nach dem Einfluss der Entenfiguren auf das Weltkulturerbe ist nicht nur humorvoll gemeint; vielmehr trägt sie dazu bei, unsere kulturellen Gewohnheiten zu hinterfragen, die Kunst- und Kulturgeschichte aus einer neuen Perspektive zu betrachten und gemeinsam einen frischen Blick auf unser kulturelles Erbe zu werfen.«

Anke Doepner, Geschäftsführerin interDuck GmbH

Informationen zur Ausstellung

Eintritt Sonderausstellung »Duckomenta«
10 Euro | ermäßigt 8 Euro | Familien 20 Euro inklusive Sammlungen

Kombiticket »Duckomenta« + »Leonardos Welt«
15 Euro | ermäßigt 12 Euro | Familien 30 Euro
inklusive Sammlungen

Begleitend zur Ausstellung stellt eine Audiotour ausgewählte Highlights der menschlichen Kulturgeschichte vor, deren »verentete« Kopien in der Schau zu sehen sind. Die Audiotour kann mit dem eigenen Smartphone abgerufen werden, Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung.

Der reich bebilderte Begleitband zur Ausstellung ist in zwei Versionen im Museumsshop erhältlich: Der Best-Of-Katalog (19,90 Euro) stellt auf 127 Seiten 100 ausgewählte Werke vor. Die ausführlichere Variante »Art of the DUCKOMENTA« (49,90 Euro) ist im Nünnerich-Asmus Verlag erschienen und behandelt auf 519 Seiten die Geschichte der DUCKOMENTA und vergangene Stationen der Ausstellung.

 

Bildinformation: Prof. Dr. Katja Lembke in der »Duckomenta« im Landesmuseum Hannover

Landesmuseum Hannover

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Telefon: +49 (0) 511 9807–647

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