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50 Jahre Deutscher Wildgehege-Verband


Zur Tagung des Deutschen Wildgehege-Verbands e.V. im Wildpark Lüneburger Heide am Donnerstag, 20. Februar, laden wir interessierte Pressevertreter herzlich ein. Beherrscht wird die Tagungsveranstaltung vor allem vom Thema Wolf und dessen Akzeptanz in Gesellschaft, Politik und Bildung. Hochrangige Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft werden als Referenten erwartet. Neben dem Hausherrn Norbert Tietz wird auch Rainer Rempe, Landrat des Landkreises Harburg Grußworte an die Teilnehmer richten. Bereits am Mittwoch, 19. Februar findet die reguläre Jahreshauptversammlung des Wildgehege-Verbandes statt, in der unter anderem namhafte Wildparks für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt werden - darunter allein 5 Einrichtungen aus Niedersachsen. Außerdem werden verschiedene Umweltbildungszertifikate verliehen. Zum Verlauf des Donnerstages erhalten Sie eine Programmübersicht anbei. Seien Sie herzlich zum Abendbankett eingeladen und lassen sich im Grillhus in Nindorf an einer festlichen Tafel im wahrsten Sinne des Wortes „tierisch“ überraschen. Mit einem herzlichen Willkommen freuen wir uns auf Ihre kurze positive Rückmeldung unter Bekanntgabe, wann Sie an welcher Veranstaltung teilnehmen möchten.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die anspruchsvollen Ziele, die sich der Verband bereits 1970 setzte und denen er bis heute treu geblieben ist:
In einer Zeit, als der Club of Rome erstmals auf „die Grenzen des Wachstums“ aufmerksam machte und namhafte Naturwissenschaftler wie Konrad Lorenz, Irenäus Eibl-Eibesfeld, Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, Josef H. Reichholf und Horst Stern die Protestbewegung „Gruppe Ökologie“ gegen mangelndes ökologisches Bewusstsein der Industriegesellschaft gründeten, entstand parallel mit vielen Anknüpfungspunkten aus einem Zusammenschluss der Wald- und Wildgarterbesitzer der Verband der Deutschen Wildgehege primär mit dem Ziel, einer breiten Bevölkerung Natur und Umwelt wieder näherzubringen. Mehr als 50 Wildgehege entstanden in den 1970er Jahren neu und beteiligten sich aktiv an der Gestaltung und Weiterentwicklung ihres Verbandes.

Die originären Aufgaben des DWV münden im umfangreichen Bildungssiegel für nachhaltige Entwicklung, einem heute international anerkannten Zertifizierungsverfahren, das in dieser Form einmalig ist und in hohem Maße Tierhaltung und Bildung selbst unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich miteinander verbindet. Dabei steht die so genannte informelle Vermittlung von natürlichen Zusammenhängen im Vordergrund der Bemühungen. Diese bezeichnet das nachhaltige Lernen außerhalb der Klassenzimmer beim Spielen und in der Freizeit in den Wildgehegen in freier Natur unter zahlreichen Tieren.

Mit mehr als 160 Mitgliedern, darunter 125 tiergärtnerische Einrichtungen, entstand in den vergangenen Jahren die gemeinsam abgestimmte Fassung eines Leitbildes, in der sich Mitglieder und Vorstand zu einer konsequenten Umsetzung der gesetzten Ziele verpflichten. Schon in den 1970er Jahren stellte der Verband eine erschreckende Naturentfremdung in breiten Teilen der Gesellschaft fest. Ob Klimawandel, Artenschwund oder völlig fehlgeleitete Polarisierungen im Umgang mit ökologischen Gesetzmäßigkeiten: Es hat sich seitdem wenig geändert.

All das sind Themen genug, um sie in unseren Wildgehegen, Auffangstationen, Falknereien und Tiergärten in naturnahen Oasen und anhand der hier lebenden heimischen Fauna und Flora kommentieren zu können. Dabei geht es nicht darum, Weltanschauungen zu dogmatisieren, sondern um Kompromisse zu finden, die naturnahen Entwicklungen entsprechen. War es in den Gründerjahren das Rotwild, das in weiten Teilen Deutschlands wesentlich rigoroser bejagt werden sollte, ist es heute der Wolf, der die Gemüter Deutschlands erregt. Und es gibt viele weitere Beispiele aus der Natur, in denen Menschen ihre eigene Weltanschauung fokussieren.

So stellt der Deutsche Wildgehege-Verband auch in diesem Jahr wieder seine Zusammenkunft unter ein markantes Thema: „Biodiversität begreifen – von den Anstrengungen der Natur, dynamisch zu bleiben“.

Vom griechischen Altphilosophen Heraklit wurde die Formel „panta rhei“ geprägt. Ebenfalls von ihm stammt die Weisheit schon vor 2.500 Jahren: „Nichts ist beständiger als der Wandel“. Dieses ständige Wechselspiel der Natur erleben wir live durch die Rückkehr der Wölfe, die Einkehr der verschiedensten Immigranten, wobei hier primär die Wildtiere gemeint sind, die sowohl durch den Menschen als auch ohne ihn neue Lebensräume in unserer Landschaft besiedeln. Damit zu leben und abzuwägen, wie damit umzugehen ist, ist primär die Aufgabe der Wissenschaft. Unsere Wildgehege können viel dazu beitragen. In Forschungsprojekten stellen wir unsere Gehege zur Verfügung. In Bildungsveranstaltungen erreichen wir eine breite Öffentlichkeit, aktuell mehr als 18 Millionen Menschen jährlich. Mit unserem Verband bemühen wir uns, diese Ergebnisse auch in politische Prozesse einzubringen, möglichst ohne Weltanschauung, ohne Polemik, nur mit der Begeisterung für alle Tiere, für Wolf und Schaf, für Waschbär und Kröte oder für Weißstorch und Kiebitz.

Wildpark Lüneburger Heide Tietz KG

Katrin Patscheck
Am Wildpark 1
21271 Nindorf-Hanstedt
Telefon: +49 (0)4184/8939-11

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