Ausstellungsansicht „100 Jahre Vereinigung für junge Kunst“
© Landesmuseum Oldenburg/ Sven Adelaide

Ka­bi­nettschau "100 Jah­re Ver­ei­ni­gung für jun­ge Kunst"


Die 1922 gegründete Oldenburger „Vereinigung für junge Kunst“ gehörte zu den herausragenden Avantgarde-Kunstvereinen der Weimarer Republik: Modernste Ausstellungen, Lesungen und Konzerte brachten die kulturelle Vielfalt der ‚Roaring Twenties‘ in die ehemalige Residenzstadt.

Das 100. Gründungsjubiläum nimmt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg zum Anlass, das facettenreiche Engagement der Vereinigung in einer Kabinettschau zu beleuchten. Bis zum 1. Mai 2022 gibt die Sammlungspräsentation im Prinzenpalais, dem Ort der Vereinsgründung, anhand ausgewählter Kunstwerke und Originaldokumente einen Überblick über die Geschichte des Vereins. Neben Ausstellungsplakaten und Archivalien kommen auch Werke von u.a. Franz Radziwill, Erich Heckel, Emil Nolde oder Karl Schmidt-Rottluff zur Ansicht, die das Landesmuseum aus Ausstellungen des Vereins erworben oder als Schenkung erhalten hat.

Die „Vereinigung für junge Kunst“ wurde am 20. Februar 1922 von Ernst Beyersdorff gegründet. Unter seiner Leitung realisierte sie bedeutende Veranstaltungen und Ausstellungen des zeitgenössischen Kunstschaffens. Namhafte Vertreter aller Gattungen der künstlerischen Moderne waren im Programm der Vereinigung vertreten: Tanzgastspiele mit Mary Wigman, Tatjana Barbakoff, Harald Kreutzberg und Gret Palucca, Konzertabende mit dem Amar-Quartett, Eduard Erdmann, Walter Gieseking und Paul Hindemith, Autorenlesungen mit Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Franz Werfel, Alfred Döblin, Erich Kästner und Gottfried Benn.

Bedeutende Einzel- und Gruppenausstellungen zur zeitgenössischen Kunst und Architektur, welche von rahmenden Vorträgen begleitet wurden, begeisterten nicht nur das Publikum, sondern zeugen von einer Zeitgenossenschaft ersten Ranges. Ein enges Netzwerk zu anderen Vereinen und Museen sowie zu privaten Förderern, Künstlern, Händlern, Kritikern, Verlegern und Publizisten ermöglichte es, den Furor der Zwanziger Jahre in allen Facetten zu präsentieren und der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Die herausragende Geschichte der „Vereinigung für junge Kunst“ steht exemplarisch für das Ende der Kaiserzeit und den republikanischen Aufbruch in die Moderne. Im Frühjahr 1933, und unter dem steigenden Druck des nationalsozialistischen Regimes, sah sich die Vereinigung zur Auflösung gezwungen und beendete nach elfjähriger Tätigkeit ihren engagierten Einsatz für „das Schaffen der Lebenden“, wie es 1922 in der Satzung gefordert worden war.

Kabinettschau
100 Jahre Vereinigung für junge Kunst

Bis zum 1. Mai 2022
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Stellv. Direktorin
Dr. Anna Heinze

Ausstellungsort
Prinzenpalais, Damm 1, 26135 Oldenburg

Information
Öffnungszeiten: Di–So 10–18 Uhr
Tageskarte Schloss, Augusteum, Prinzenpalais 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Tageskarte + Sonderausstellung 9 Euro, ermäßigt 6 Euro
www.landesmuseum-ol.de

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Julia Ditsch
Damm 1
26135  Oldenburg
Telefon: +49 441 40570-434

zur WebsiteE-Mail verfassen