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Weitere Restaurierung der barocken Sammlungsschränke gesichert

Vitrinenschrank
© Kathrin Ulrich

Kulturstiftung der Länder fördert Projekt am Herzog Anton Ulrich-Museum mit 45.000 Euro – öffentliche Präsentation nur noch bis 22. März

Nach dem spektakulären Fund einer rund 300 Jahre alten „Künstlerbotschaft“ im vergangenen Jahr geht die Erforschung, kunsttechnologische Untersuchung und Restaurierung der barocken Sammlungsschränke im Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM) in die nächste Phase. Dank einer Projektförderung in Höhe von 45.000 Euro durch die Kulturstiftung der Länder können nun auch die drei weiteren erhaltenen Vitrinenschränke aus der Zeit Herzog August Wilhelms restauriert werden.

Auf dem Weg zum Jubiläum 2029
Die zwischen 1725 und 1730 entstandenen Prunkmöbel zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen barocker Sammlungskultur in Norddeutschland. Sie wurden für die Kunstsammlung Herzog August Wilhelms von Braunschweig-Wolfenbüttel im Residenzschloss „Grauer Hof“ geschaffen und dienten der repräsentativen Präsentation kostbarer Preziosen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Restaurierung des ersten Schranks, verbunden mit der Identifizierung des Kunsttischlers Johann Ulrich Staats als Urheber, sollen nun auch die übrigen drei Möbel wissenschaftlich erforscht, restauratorisch bearbeitet und im Hinblick auf ihren ursprünglichen Zustand rekonstruiert werden.

Die Förderung der Kulturstiftung der Länder ermöglicht dabei nicht nur konservatorische Maßnahmen, sondern auch weiterführende materialanalytische Untersuchungen. Ziel ist es, die Schrankgruppe bis zum 275-jährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2029 geschlossen und im historischen Kontext neu zu präsentieren.

Dr. Thomas Richter, Direktor des Herzog Anton Ulrich-Museums, dankt für die großzügige Förderung: „Sie ist Ausweis der besonderen nationalen Bedeutung dieser herausragenden Stücke. Ich freue mich sehr darüber, dass unser Haus mit eigener und externer Expertise ein so erfolgreiches Forschungsprojekt zusammengespannt hat zum zukünftigen Nutzen und zur Freude unserer Besucher*innen!“

Dr. Martina Minning, Leiterin der Abteilung Angewandte Kunst im Herzog Anton Ulrich-Museum, freut sich über die Restaurierung des international bedeutenden Möbel-Ensembles: „Die barocken Sammlungsschränke sind außergewöhnliche Zeugnisse höfischer Ausstattungskultur und der Präsentation fürstlicher Kunstsammlungen. Dank der Förderung können wir nun auch die übrigen Möbel wissenschaftlich untersuchen und restauratorisch bearbeiten. Damit gewinnen wir wichtige Erkenntnisse über ihre ursprüngliche Wirkung und über die Präsentation fürstlicher Kunstsammlungen im frühen 18. Jahrhundert.“

Letzte Gelegenheit zur öffentlichen Besichtigung
Bevor die weiteren Restaurierungsarbeiten beginnen, sind die barocken Möbelstücke nur noch bis einschließlich 22. März 2026 im Herzog Anton Ulrich-Museum zu sehen. Anschließend werden die zu bearbeitenden Stücke für längere Zeit aus dem Ausstellungsbetrieb entnommen.

Am 21. März 2026, dem vorletzten Tag der öffentlichen Präsentation, lädt das Museum um 16 Uhr zu einer besonderen Führung ein: Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Schränke, ihre kunsthistorische Bedeutung sowie die spannenden Erkenntnisse aus Restaurierung und Forschung. Die Führung bietet eine letzte Gelegenheit, die Möbel in ihrem derzeitigen Zustand zu erleben, bevor sie im Rahmen des geförderten Projekts weiter restauriert und erforscht werden. Geleitet wird die Führung von Dipl. Rest. Julia Köhler, die 2025 bei ihren Arbeiten das verborgene Schriftstück mit der Signatur des Künstlers entdeckte.

Forschung, Restaurierung und Vermittlung
Die Restaurierung der Sammlungsschränke verbindet kunsthistorische Expertise, handwerkliche Präzision und modernste Analysetechnik. Mit der erneuten Förderung durch die Kulturstiftung der Länder wird ein weiterer bedeutender Schritt unternommen, um ein zentrales Kapitel barocker Kunst- und Sammlungsgeschichte nachhaltig zu erschließen.

Das Projekt steht exemplarisch für den Anspruch des Herzog Anton Ulrich-Museums, seine Bestände nicht nur zu bewahren, sondern wissenschaftlich zu erforschen und transparent zu vermitteln.