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Das Rad der Zeit wird zurückgedreht zum 34. historischen Katharinenmarkt in Hoya

Am 19.und 20. September 2026 findet der historische Katharinenmarkt in der hoyaer Altstadt rund um das Kulturzentrum Martinskirche statt.

Lauscht fremdartigen Klängen aus Dudelsack und Schalmeien, verweilt staunend bei den Meistern der Zünfte, die ihr Handwerk noch meisterhaft beherrschen. Bringt Eure Kindlein mit, denn bei den Spielen können sie trefflich sich die Zeit vertreiben, derweil die Garbräter und Tavernen den Hunger und Durst wohl zu stillen wissen.“ Welch ein seltsamer Zungenschlag. So spricht heute keiner mehr, denken Sie? Normalerweise nicht. Doch zum jährlichen „Katharinenmarkt zu Hoya“ drehen der Katharinenmarktverein und die Fogelvrei-Produktionen zusammen mit dem Verein Ars Vivendi das Rad der Zeit über 600 Jahre zurück.

Nach alter Tradition wird in der Grafenstadt Hoya jedes Jahr im September das Mittelalter zu neuem Leben erweckt. Über zwei Tage im September geben Graf Otto III von Hoya und Bruchhausen und seine Gemahlin Mechtild zu Ehren ihrer Tochter ein rauschendes Fest für die ansässigen Bürger der Stadt und für Weitgereiste. Organisiert wird das faszinierende Spektakel inklusive Zeitreise durch die Mitglieder des im April 1997 gegründeten Vereins „Katharinenmarkt zu Hoya". Hoyaer Geschichte und Geschichten werden lebendig, wenn Graf Otto III und Gräfin Mechthild mit gräflicher Familie erscheint, um den Markt zeremoniell zu eröffnen. Der Erzbischof Gerhard ist dabei ebenso zugegen wie Äbtissin Katharina, die Tochter des Grafen. Die „fogelvreien Handwerksmeister“ die „Hoyaner Cumpagney“ stellen ihre Waren vor den Augen der Besucher auf dem Markt her und bieten sie feil. Das Spektakel beginnt am ersten Festtag mit dem Fanfarenstoß der Herolde und findet mit dem schaurigen Pestzug sowie dem Ruf des Nachtwächters sein vorläufiges Ende. Am zweiten Festtag schließt sich ein mittelalterlicher Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Martinskirche an - Graf und Gräfin mit Gefolge erscheinen danach auf dem Markt, um das Signal zu geben, die Stände zu öffnen. Dann wird gefeiert, gespielt, gelacht, getrunken und gerauft bis der letzte Krug geleert ist.

Es gibt Ritter, die um die Ehre und edlen Damen kämpfen, Feuerspucker und dampfende Kessel, aus denen verführerische Düfte aufsteigen. Gewandete Gaukler und Musiker unterhalten das Publikum. Spontan schließt sich eine Gruppe zum Kreis zusammen und tanzt ausgelassen zu den mitreißenden Klängen. Kinder lauschen gebannt der Märchenerzählerin. Der Schmied schlägt laut krachend sein Eisen. Händler preisen Gewürze, Lederwaren und Dekoratives an. Der Landsknecht bittet reißerisch um Ruhe bevor er das blitzende Schwert an der Kehle seines Gegners ansetzt, und nebenan wetteifern zwei Jungen mit Strohsäcken darum, sich gegenseitig vom Tjostbalken zu befördern. Über all das wacht der Marktvogt des Grafen. Trotz seiner stattlichen Erscheinung muss dieser nur von den Marktleuten gefürchtet werden, denn mit gestrenger Hand achtet er darauf, dass die Marktordnung eingehalten wird und niemand „Händel statt Handel treibt“, eine Rauferei beginnt, mit falscher Münze zahlt oder sonst wie der Marktordnung zuwiderhandelt. 

Der Katharinenmarktverei Hoya e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, historische Kultur in Hoya und der Region zu fördern, darzustellen und die dazu notwendige Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Das Hoyaer Land bietet durch die Geschichte der Grafen von Hoya eine besondere Möglichkeit, Heimatgeschichte für Bewohner und Besucher darzustellen und erlebbar zu machen, und damit die Erinnerung an historisches Brauchtum und Kulturgut zu erhalten.“ Infos: https://katharinenmarkt-hoya.de/