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Von Adler bis Zwergschwan

Hotspots für Vogelfreunde im Oldenburger Münsterland

Das Oldenburger Münsterland entwickelt sich immer mehr zu einem Hotspot für Hobby-Ornithologen. In den kommenden Wochen bieten sich wieder zahlreiche Gelegenheiten für die Beobachtung von Zugvögeln. So machen Tausende von Kranichen im Goldenstedter Moor Station auf ihrem Weg in die Winterquartiere. Die weite Hochmoorlandschaft, zu der das Goldenstedter Moor gehört, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der größten Kranich-Rastplätze in Deutschland entwickelt. Die meisten „Vögel des Glücks“ halten sich in der zweiten Oktoberhälfte in der Region auf. Besonders gut beobachten lassen sich die Kraniche, wenn sie abends ihre Schlafplätze anfliegen. Das Naturschutz- und Informationszentrum (NIZ) in Goldenstedt bietet dazu im Oktober und November geführte Wanderungen an, Termine und Anmeldung unter www.niz-goldenstedt.de. 

Der „Abendeinflug der Kraniche“ ist auch Thema einer Führung im Vehnemoor am Samstag, 10. Oktober, um 17.30 Uhr. Sie wird vom Verein Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre gemeinsam mit dem NABU angeboten, Anmeldung unter www.thuelsfelder-talsperre.de. Wer das Naturspektakel im Vehnemoor zu anderen Zeiten erleben möchte, sollte den 2025 eingeweihten Turm an der Georg-Schumacher-Straße in Bösel ansteuern, von dem aus etwa die Hälfte des 1.676 Hektar großen Vehnemoors einsehbar ist. Die beste Zeit: eine Stunde vor Sonnenuntergang, also etwa 17 bis 19 Uhr. 

Zu den Kranichen gesellen sich im Oktober die ersten Zwergschwäne. Sie haben die Thülsfelder Talsperre als Schlafplatz für sich entdeckt. Ihre Zahl steigt im November und Dezember deutlich an. Ähnlich wie die Kraniche im Goldenstedter Moor suchen die Zwergschwäne im flachen Wasser der Talsperre Schutz vor natürlichen Feinden wie dem Fuchs. Mittlerweile zählt die Talsperre auch überregional zu den wichtigsten Schlafplätzen für Zwergschwäne. Bei milderen Temperaturen bleiben viele Tiere den ganzen Winter über. Im Frühjahr fliegen sie dann über Dänemark und Südschweden zurück in ihre sibirischen Brutgebiete. Mehr über Zwergschwäne erfährt man bei einer Führung am Freitag, den 20. November. Los geht es um 15.30 Uhr, eine Anmeldung unter www.thuelsfelder-talsperre.de Ist erforderlich. Spätestens im Winter wird auch mit der Eröffnung einer neuen Vogelbeobachtungsstation am Westufer der Talsperre gerechnet. Wer hier das Ufergebüsch im Auge behält, sieht vielleicht sogar einen gar nicht so seltenen Dauergast: den Eisvogel.

Unter Vogelfreunden schon lange kein Geheimtipp mehr ist der Dümmer, der als EU-Schutzgebiet zu den bedeutendsten Brut- und Rastgebieten in ganz Norddeutschland zählt. Im Herbst und Winter ziehen große Schwärme von Enten und Gänse durch. Sollte unter den nordischen Wintergästen mal größere Unruhe aufkommen, denn entdeckt man mit Glück und Adleraugen am Himmel vielleicht sogar den König der Lüfte. Seit 2012 ist der Seeadler am Dümmer zuhause, ein offenbar beliebtes Revier, dass sich die Pärchen bereits wiederholt streitig gemacht haben. Die Brut war ebenfalls erfolgreich, es konnten schon mehrere Jungvögel beobachtet werden. Ob See, Talsperre, Moor oder Flussaue – überall gilt: Fernglas oder Spektiv mitnehmen.