Das Wendland beheimatet ab sofort die weltweit ersten „Sternschnuppenpunkte“: Vier besondere Gastgeberorte wurden im Rahmen des Projektes „Auf dem Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe“ ausgezeichnet. Mit dem „Ding der Möglichkeit“ in Salderatzen, der Alten Scheune Satemin, dem Naturum Göhrde und dem Heuhotel Kollase entsteht ein Netzwerk besonderer Orte, an denen der Sternenhimmel gemeinsam erlebt werden kann.
Während klassische Sternenpunkte vor allem das eigenständige Erleben eines besonders dunklen Ortes in den Mittelpunkt stellen, setzen die Sternschnuppenpunkte auf Begegnung, Gastfreundschaft und gemeinsames Erleben. Sie sind Orte, an denen Menschen zu besonderen astronomischen Ereignissen, Führungen und Veranstaltungen zusammenkommen, um den Nachthimmel in Gemeinschaft zu erleben.
„Hier wird der Sternenhimmel lebendig“, sagt Projektleiterin Mina Ringel. „Unsere Sternschnuppenpunkte bringen Menschen zusammen und schaffen ganz unterschiedliche Zugänge zur Nacht. Es geht darum, den Sternenhimmel nicht nur zu betrachten, sondern ihn als besonderen Teil unserer Landschaft wahrzunehmen und seinen Schutz stärker ins Bewusstsein zu rücken.“
Initiiert wurde der Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe vom Astrofotografen Helmut Schnieder, der sich seit vielen Jahren für die Beobachtung und Vermittlung des Sternenhimmels im Wendland engagiert. Seine Arbeit hat wesentlich dazu beigetragen, die außergewöhnliche Qualität des Wendland-Himmels sichtbar zu machen und die Idee eines Sternenparks in der Region voranzubringen.
Auch Andreas Schoelzel von der Alten Scheune Satemin verbindet mit der Benennung der historischen Scheune von 1837 einen persönlichen Blick auf die Geschichte der Nacht:
„Sie kennt ja noch Sternschnuppen und Sternennächte aus einer Zeit ohne Lichtverschmutzung ;-)“
Der persönliche Satz bringt auf den Punkt, was für viele Menschen heute kaum noch vorstellbar ist: eine wirklich dunkle Nacht, in der die Milchstraße deutlich sichtbar wird, und unzählige Sterne am Himmel erscheinen.
Gerade diese natürliche Dunkelheit ist ein besonderer Schatz des Wendlands. Wo wenig künstliches Licht in den Nachthimmel abgestrahlt wird, kann die Nacht noch als eigenständiger Lebensraum und als Teil der Kulturlandschaft erlebt werden. Gleichzeitig ist die zunehmende Lichtverschmutzung ein Thema des Natur- und Artenschutzes, denn künstliches Licht beeinflusst zahlreiche nachtaktive Tiere und verändert natürliche Rhythmen.
Die vier ausgezeichneten Sternschnuppenpunkte zeigen dabei ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern: vom „Ding der Möglichkeit“ in Salderatzen über die Alte Scheune Satemin und das Naturum Göhrde bis zum Heuhotel Kollase. Gemeinsam ist ihnen die Idee, Menschen für den besonderen Wert der Nacht zu begeistern.
Dabei geht es nicht darum, an jedem Sternschnuppenpunkt einen dauerhaft öffentlich zugänglichen Beobachtungsplatz einzurichten. Vielmehr sind die Punkte Gastgeber für besondere Sternenerlebnisse, Veranstaltungen und Begegnungen. Hier kann der Sternenhimmel mit Geschichten, Musik, Wissen, regionaler Gastfreundschaft oder gemeinsamen Beobachtungen verbunden werden.
Herbsthimmel über dem Wendland
Wer den Sternenhimmel in diesem Herbst selbst erleben möchte, hat dazu mehrere Gelegenheiten.
Am Freitag, 9. Oktober 2026, führt Andreas von Hörsten um 20 Uhr im Gut Kollase durch den Herbsthimmel. Unter dem Titel „Andromedanebel, Sommer- und Herbststernbilder“ geht es auf eine Reise zu fernen Galaxien und den Sternbildern dieser Jahreszeit.
Um 22 Uhr lädt Kay Dohnke von der Kooperation Wendlandsterne auf dem Dorfplatz in Satemin zu einem kosmischen Ausflug in die Sternenwunderwelt des Wendlands ein: „Auf du und du mit Mizar, Kapella & dem Pferd über Kopf“.
Am darauffolgenden Abend, Samstag, 10. Oktober 2026, um 22 Uhr, heißt es bei den Wendlandsternen „Kosmische Lightshow live“. Gemeinsam wird der Herbsthimmel beobachtet. Treffpunkt ist der Kaffeegarten Schwedenschanze auf dem Höhbeck.
Auch im November lädt Wendlandsterne am 7. November ab 21 Uhr mit Michail Schütte, Sternenfreund und engagiert am Sternschnuppenpunkt Naturum Göhrde zu einem Spaziergang „Der Sternenhimmel im Spätherbst“ durch das Göhrdetal ein.
Bei allen Veranstaltungen wird um Anmeldungen gebeten.
Damit wird der Herbst im Wendland auch zu einer Einladung, einmal wieder nach oben zu schauen: weg vom künstlichen Licht und hin zu einer Nacht, die eigentlich schon immer da war.
Die Sternschnuppenpunkte sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe – und eine Einladung, die Dunkelheit nicht als Abwesenheit von Licht, sondern als etwas Besonderes zu erleben.
Die vier Sternschnuppenpunkte im Wendland
Ein Ding der Möglichkeit – Salderatzen
Der erste ausgezeichnete Sternschnuppenpunkt im Wendland. Ein besonderer Ort für Begegnung, Veranstaltungen und gemeinsame Erlebnisse unter dem Sternenhimmel. Die Perseidennächte im August werden hier seit Jahren auf besonders kreative Art gefeiert.
Salderatzen 3, 29496 Waddeweitz
eindingdermoeglichkeit.com
Alte Scheune Satemin – Satemin
Am Rande des historischen Rundlings wird der Sternenhimmel zum Teil eines besonderen kulturellen Ortes. Die Alte Scheune verbindet regionale Geschichte, Kunst, Kultur, Veranstaltungen und das Erlebnis der Nacht.
Satemin 45, 29439 Lüchow (Wendland)
Alte Scheune Satemin
Naturum Göhrde – Göhrde
Waldmuseum mit Wildtierkino, Waldlabyrinth und Naturlehrpfaden: Hier heißt es Natur erleben, verstehen und schützen – auch nachts. Das Naturum Göhrde bietet einen passenden Ort, um die Bedeutung natürlicher Dunkelheit für Mensch und Natur zu vermitteln. Michail Schütte bietet hier regelmäßig Sternenführungen an.
König-Georg-Allee, 29473 Göhrde
Naturum Göhrde
Heuhotel Kollase – Gut Kollase
Hier treffen ländliche Gastfreundschaft und der Blick in den Nachthimmel aufeinander. Das Heuhotel Kollase lädt dazu ein, die Nacht bewusst zu erleben und den Sternenhimmel über dem Wendland zu entdecken.
Gut Kollase 1D, 29473 Göhrde
Heuhotel Kollase
Sternschnuppenpunkte – Gastgeber für die Nacht
Die Sternschnuppenpunkte sind besondere Gastgeberorte im Rahmen des Projektes „Auf dem Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe“. Sie machen den Sternenhimmel bei Veranstaltungen, Führungen und besonderen Erlebnissen zugänglich.
Sie sind dabei etwas anderes als dauerhaft zugängliche Beobachtungsplätze: Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Bildung und gemeinsames Erleben. So kann an jedem Ort eine ganz eigene Verbindung zwischen dem Wendland, seiner Landschaft und der natürlichen Nacht entstehen.
Weitere Informationen
Projekt „Auf dem Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe“
Naturpark Wendland.Elbe
Auf dem Weg zum Sternenpark Wendland.Elbe
