Vom 5. März bis 3. Mai 2026 wird die Wanderausstellung „Nomaden unserer Zeit. Wanderschäfereien in Norddeutschland“ im Urgeschichtlichen Zentrum Wildeshausen (UZW) gezeigt. Mit der Fotoreportage über Wanderschäfereien dokumentiert der Fotograf und Autor Holger Rüdel den Alltag eines uralten Berufes in unserer heutigen Zeit. Organisiert und finanziert wird die Ausstellung von der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein (Kiel).
„Die Wanderschäferei gehört zu den ältesten Berufen der Menschheit – und sie ist heute zugleich einer der am stärksten bedrohten. In meinen Fotografien möchte ich zeigen, wie unverzichtbar dieses Handwerk für den Erhalt unserer Moor- und Heidelandschaften ist. Die Schäferinnen und Schäfer leisten einen ökologischen Dienst, der oft übersehen wird. Ihre Arbeit ist hart und von großer Verantwortung geprägt. Diese Ausstellung soll dazu beitragen, ihre Bedeutung sichtbar zu machen – und die Fragilität einer Lebensweise, die unsere Landschaft seit Jahrtausenden prägt.“ So beschreibt der Fotograf Holger Rüdel seine Motivation für diese Ausstellung.
Entstanden ist eine in ihrem Umfang und ihrer Ausdruckskraft einzigartige Bildreportage. Wie wohl kein Chronist zuvor ist er bei „Nomaden unserer Zeit“ den Akteuren und ihren Herden bei ihrem Zug durch Moor und Heiden, durch Dörfer und entlang von Verkehrswegen so dicht und intensiv gefolgt. Mit ihren eindringlichen Fotografien und den erklärenden Texten erzählt die Ausstellung von den täglichen Herausforderungen im Leben dieser Nomaden unserer Zeit.
Schafhaltung ist aber auch ein Thema für die archäologische Denkmalpflege. Ergänzend zur Fotoausstellung werden im UZW die Spuren des alten „Volksfestes Schafswäsche“ im Naturpark Wildeshauser Geest vorgestellt. Eine Kooperation des Landesmuseums Natur & Mensch Oldenburg und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege ermöglichte 2025 die Dokumentation und Vermessung einer neuzeitlichen Schafwaschanlage an der Aue. Solche Anlagen, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in Betrieb waren, sind bisher nur selten als Bodendenkmal erfasst worden.
Die Ausstellung wird am 4. März abends im Beisein des Fotografen Holger Rüdel eröffnet und ist ab dem 5. März zu den Öffnungszeiten des UZW (dienstags bis sonntags 12-17 Uhr) zugänglich. Das Eintrittsticket des UZW kostet 4,50 Euro (ermäßigt 3,00 Euro) und gilt für die Dauer- und die Sonderausstellung zusammen.
Das Beiprogramm der Ausstellung greift verschiedene Themen rund um Schafe und Schafhaltung auf:
15. März, 13-15 Uhr: Familienworkshop „Osterdekoration basteln mit Schafswolle“ mit Christine Wulf, Bildung mit Schaf-Sinn (Hude). Anmeldung erbeten.
26. März, 18:30 Uhr: Abendvortrag Michael Wesemann (NLD Oldenburg), Schnucken. Heide. Horizonte. Historische Schafhaltung in Nordwestdeutschland und ihr Einfluss auf die Landschaft in den letzten 500 Jahren
11. April, 13-17 Uhr: Wanderung „Wolle und Schafe“ zum Pestruper Gräberfeld und zurück incl. Ausstellungsbesuch mit Christine Wulf, Bildung mit Schaf-Sinn (Hude). Anmeldung erbeten.
16. April, 18:30 Uhr: Abendvortrag Dr. Annette Siegmüller (LM N&M Oldenburg), Große Wäsche bei den Schafen. Eine wiederentdeckte Schafwaschanlage an der Engelmannsbäke
18./19. April, 12-17 Uhr: Ollnburger Spinnkoppel zu Besuch im UZW – Spinnen zum Zuschauen und Fragen
2. Mai, 13-16 Uhr: Workshop „Käseherstellung wie in der Jungsteinzeit“ mit Luise Tiemann M.A. (LMU München). Anmeldung erbeten.
3. Mai, 13-16 Uhr: Finissage mit Workshop „Käseherstellung wie in der Jungsteinzeit“ mit Luise Tiemann M.A. (LMU München). Anmeldung erbeten.
Das Beiprogramm ist kostenpflichtig. Anmeldung, wenn erbeten, bitte bei kontakt@uzw-wildeshausen.de oder Tel.: 04431 7050170 während der Öffnungszeiten. Informationen zu Eintrittspreisen und Beschränkung der Teilnehmerzahlen der Webseite www.uzw-wildeshausen.de zu entnehmen. Das Programm wird durch die finanzielle Unterstützung des Naturparks Wildeshauser Geest ermöglicht.
