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Park der Gärten eröffnet „Musterpark für den Klimaschutz"

© Park der Gärten gGmbH

Deutschlands größte Mustergartenanlage stellt Weichen für klimaangepasstes Gärtnern

Der Park der Gärten in Bad Zwischenahn, Deutschlands größte Mustergartenanlage mit 45 Mustergärten und touristisches Aushängeschild des Nordwestens, präsentiert pünktlich zum Saisonstart am 18. April 2026 ein wegweisendes 
Modernisierungsprogramm. Unter dem Leitmotiv des Klimaschutzes investiert der Park in eine umfassende infrastrukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung, die mit über drei Millionen Euro zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel"" und zu zehn Prozent von der Gemeinde Bad Zwischenahn als formalem Projektträger finanziert werden. Ziel ist es zum einen, den Park mit einem Bewässerungsmanagement klimafit für die Zukunft aufzustellen und des Weiteren, die jährlich über 200.000 Besucher für klimafreundliches Gärtnern im eigenen Garten zu sensibilisieren. Bestandteil dieses Projektes ist die erlebbare Outdoorausstellung „Grünes Band"", in der auf rund 3.000 Quadratmetern sowie in fünf Pavillons und dem eigens gestalteten „Mustergarten für den Klimaschutz" Tipps und Hinweise für den Privatgartenbesitzer gegeben werden.

  Die Herausforderung: Extremwetter und Ressourcenknappheit

Auch der 14 Hektar große Park der Gärten steht nun vor neuen klimatischen Realitäten. Lange Hitzeperioden und Starkregenereignisse 
machen die bisherige, teils manuelle Bewässerung als auch das abfließende Regenwasser sehr ineffizient. Die wesentliche Aufgabe des Parks ist es, den wertvollen Genpool der präsentierten 38 Pflanzensortimente für die Nachwelt zu sichern. Das neue Bauprojekt löst diese Probleme durch ein intelligentes Be- und Entwässerungssystem, das unter anderem Regenwasser speichert, anstatt es ungenutzt in die Kanalisation abzuführen.

Das neue und ausgefeilte Bewässerungssystem mit „smarter" Technik sorgt für mehr Effizienz. Das Kernstück der Modernisierung ist die Erweiterung der automatischen Beregnungsanlage. Mittels modernster speicherprogrammierbarer Steuerung wird der Wasserhaushalt digital optimiert. Eine Bodensonde liefert Echtzeitdaten, um einen Überblick über die Bodenfeuchtigkeit in den verschiedenen Schichten zu erhalten. Die Bewässerung erfolgt primär aus einem nun vergrößerten Regenwasserspeicherbecken. Auch werden die verschiedenen

Speicherbereiche des Parks miteinander vernetzt. Mit einer Leistung von bis zu 40 Kubikmetern pro Stunde ermöglicht eine neue Sand-Filteranlage den Einsatz besonders sparsamer und fein abgestimmter Bewässerungstechnik im Park.

Ausbau der „Lagune" und Regenrückhaltung

Das zentrale Regenwasserspeicherbecken, die „Lagune", wurde vertieft, wodurch sich das Speichervolumen um 1.500 Kubikmeter auf insgesamt 4.500 Kubikmeter erhöht hat. Schwimmende Pflanzeninseln dienen als passive Reinigungssysteme, fördern die Biodiversität und tragen durch ihre „Verschattung" der Wasseroberfläche zur reduzierten Verdunstung des Wassers bei.

Eine neue Aussichtsplattform an der Lagune macht das komplexe Wassermanagement für Besucher erstmals visuell erfassbar.

Eine dezentrale Zisterne wird für die Besucher allerdings unsichtbar bleiben. Sie wird im Bereich des Schauraums unter einer Rasenfläche entstehen. Sie wird bis zu 50 Kubikmeter Regenwasser vom Dach des Ausstellungsgebäudes speichern können, um es dann gezielt in das Bewässerungssystem abzugeben.

Wege der Zukunft: Entsiegelung und Versickerung

Darüber hinaus wurden 1.500 Quadratmeter alte Beton- und Asphaltflächen entsiegelt. An ihre Stelle treten moderne, 
versickerungsfähige Beläge - darunter auch wassergebundene Wegedecken, die wie ein Schwamm wirken und Feuchtigkeit speichern. 
Durch Verdunstung kühlen sie die Umgebung ab. In den Pflasterflächen wird ein spezielles Betonpflaster mit Sickerfugen eingesetzt. 
Dieses Betonpflaster kann Wasser speichern und bei Hitze wieder verdunsten, was zur Reduzierung der Oberflächenerwärmung beiträgt.

„Klimaschutz beginnt im Kopf: Das „Grüne Band" als lnspirationsquelle Ein zentrales Element des Projektes ist das rund 3.000 Quadratmeter umfassende „Grüne Band". Entlang dieses neuen Pfades entstehen Ausstellungsbeiträge, die informativ zeigen, wie Klimaschutz im eigenen Garten gelingt. Die Pflanzung von klimaresilienten Zukunftsbäumen, trockenheitsverträglichen,
standortgerechten Staudenmischungen und vielen weiteren Pflanzenbeispielen demonstriert, wie Gärten auch bei steigenden Temperaturen attraktiv und pflegeleicht bleiben.

Der neue, eigens zu diesem Thema entstandene „Mustergarten für den Klimaschutz" zeigt viele Beispiele für eine klimaangepasste 
Gartengestaltung. Weiterhin zeigen Solarelemente und innovative transluzente Solarpaneele über Hochbeeten, wie Energieerzeugung 
und Gärtnern Hand in Hand gehen.

  Die interaktive Outdoorausstellung

Vertiefen können die Besucher ihr Wissen in der interaktiven Outdoorausstellung entlang des „Grünen Bandes". Dafür wurden fünf neue Holzpavillons errichtet, die über Illustrationen und interaktive Exponate auf anschauliche Weise erlebbar machen, wie jeder 
Gartenbesitzer persönlich zum Klimaschutz beitragen kann. Sie greifen
 verschiedene Themen auf wie
"klimafreundliches Gärtnern", ..Wasser clever nutzen und speichern",
"Begrünung von Gebäuden", ..Verwendung von nachhaltigen Materialien",
"Torffreie Substrate" und die „Grüne Branche" als unverzichtbarer Profi im Klimawandel.

Von der Aussichtsplattform eines Pavillons lässt sich das Gelände der benachbarten Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau sowie die neue Musterfläche „Klimaschonende Baumschule" gut überblicken. Die zugehörige Treppe ist doppelt nutzbar: Sie bietet den Besuchern nicht nur einen sicheren Aufstieg auf die Aussichtsplattform, sondern dient auch als grünes Rückgrat für Kletterpflanzen, die als Fassadenbegrünung bei allen Pavillons Thema sind. Gleiches gilt für die Dachbegrünung,
die sich die Besucher hier ebenfalls von oben als Muster anschauen können.

  Barrierefrei

Das „Grüne Band" dient als Demonstrationsfläche für klimafreundliche Gartengestaltung. Besuchern wird mittels 
anschaulicher Beispiele vermittelt, wie die Resilienz von Grünflächen gesteigert werden kann. Das Informationsangebot 
ist barrierefrei aufbereitet, nutzt interaktive Vermittlungsformen und steht plattformübergreifend analog und digital zur Verfügung, um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen. Thematisch passend platzierte QR-Codes in und um die Pavillons herum, die mit dem Smartphone gescannt und aufgerufen werden können, vermitteln die Inhalte barrierefrei mit einer Vorlesefunktion und informieren zum Teil noch umfangreicher über das klimaangepasste Gärtnern. Auch außerhalb eines Parkbesuches sind die Informationen über die Homepage abrufbar.

  Nachhaltigkeit

Auch bei der baulichen Gestaltung setzt der Park der Gärten auf Nachhaltigkeit. Bei der Realisierung des zusätzlichen Areals wurde in Teilbereichen vorhandenen Materialien ein zweites Leben geschenkt und weitestgehend nachhaltige Materialien verwandt.

  Kompetenzzentrum

Mit diesen Maßnahmen bietet der Park der Gärten noch mehr Anschauungsbeispiele für den Privatgartenbesitzer 
und entwickelt sich auch zu einem Kompetenzzentrum für Klimafolgenanpassu ng im Garten... Als Schaufenster des Niedersächsischen Gartenbaus und größte Mustergartenanlage Deutschlands bekommt ein wichtiges Zukunftsthema eine besondere 
Präsentationsfläche. Es werden neue Inhalte und Infrastruktur geschaffen, die nicht nur unseren Park fit für die Zukunft 
macht, sondern praxisbezogene Beispiele für Privatgartenbesitzer gibt", erklärt der Geschäftsführer Christian Wandseher, der darauf hinweist, dass ein Teil der Veränderungen für den Besucher gar nicht sichtbar ist, sondern versteckt im Hintergrund bzw. im Boden laufen.