Vom 10.09. bis 01.11.2026 wird im Urgeschichtlichen Zentrum Wildeshausen die Wanderausstellung „Ein gut Theil Eigenheit – Lebenswege früher Archäologinnen“ gezeigt. Die Ausstellung widmet sich den Biografien von Frauen, die zwischen 1800 und 1980 in der Archäologie tätig waren und zur Entwicklung dieser Wissenschaft beigetragen haben.
Archäologie gehört zu den Wissenschaften, die mit Reiseabenteuer und der Suche nach Geheimnissen verbunden wird. Dieses Klischee geht auf die Anfänge und die Selbstdarstellung früher Archäologen wie Heinrich Schliemann, der „Entdecker“ Trojas, zurück. Archäologie beginnt aber bereits vor der eigenen Haustür und beinhaltet viele, häufig unsichtbare Arbeitsschritte im Magazin, im Labor und am Schreibtisch. Frauen wirkten seit dem späten 18. Jahrhundert als Altertumskundlerinnen und Archäologinnen. Lange bevor Frauen an den Universitäten zugelassen waren, lange bevor Archäologie als akademisches Fach etabliert war, sammelten sie, gruben aus, fotografierten, schrieben wissenschaftliche Werke und entwickelten dabei neue Methoden. Sie schufen damit wichtige Grundlagen der Archäologie. Viele dieser Frauen waren zu ihrer Zeit wegen ihrer Fachkenntnis und ihrer Beiträge zur Wissenschaft hoch geschätzt. Andere blieben im Schatten ihrer Ehemänner oder Vorgesetzten. Heute sind sie und ihre Pionierleistungen in der Öffentlichkeit kaum mehr bekannt.
Die Wanderausstellung wurde seit 2022 bereits in 26 Museen und Institutionen in Deutschland gezeigt. Die Station Wildeshausen wird eine der letzten sein. Aus diesem Anlass kommt hier die Schwester-Ausstellung „Die Vergangenheit aufdecken. Frühe Archäologinnen aus Schleswig-Holstein“ aus der Universität Kiel mit weiteren Biografien hinzu. Die Verbindung bildet das neu für Wildeshausen erstellte Poster, welches der Archäologin Dr. Elisabeth Schlicht (1914–1989) gewidmet ist. Diese reichte ihre Promotionsarbeit an der Universität Kiel ein und brachte die Erforschung der Großsteingräber zwischen Weser und Ems voran.
Die Ausstellung ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes „Akteurinnen archäologischer Forschung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: im Feld, im Labor, am Schreibtisch (AktArcha)“, das an der Universität der Bundeswehr München 2021–2024 durchgeführt wurde, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Eröffnet wird die Ausstellung am 09. September 2026 im Beisein der Kuratorin Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann (Frankfurt/Main). Vom 10. September bis zum 1. November ist sie im UZW zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen: dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr. Das Eintrittsticket für das UZW kostet 4,50 Euro, ermäßigt 3,00 Euro, und gilt sowohl für die Dauer- wie für die Sonderausstellung.
Begleitend zur Ausstellung bietet das UZW in den Herbstmonaten ein vielfältiges Programm. Weitere Informationen gibt es unter: www.uzw-wildeshausen.de
