Kunst und Wissenschaft treten in einen neuen Dialog: Mit der Ausstellung „Enjoy the Science – Makroaufnahmen zwischen Ästhetik und Erkenntnis“ präsentieren das Kunstmuseum Wolfsburg und das phaeno Science Center Wolfsburg erstmals ein gemeinsames Projekt. Die Ausstellung ist vom 10. Februar bis 30. April 2026 in der frei zugänglichen Lounge des Kunstmuseums zu sehen.
Gezeigt werden großformatige Fotografien des Wolfsburger Fotografen Tom Tautz, die Exponate, Oberflächen und Strukturen aus dem Inneren des phaeno in den Fokus rücken. Die Makroaufnahmen bewegen sich bewusst zwischen Ästhetik und Erkenntnis: Sie lösen wissenschaftliche Objekte aus ihrem funktionalen Zusammenhang und eröffnen einen neuen, abstrakten Blick auf Form, Farbe und Materialität.
Die Ausstellung versteht sich als verbindendes Projekt zwischen zwei etablierten Wolfsburger Kulturinstitutionen und schlägt eine inhaltliche Brücke zwischen künstlerischer Interpretation und wissenschaftlicher Neugier.
Für das phaeno ist das Projekt ein besonderer Perspektivwechsel. Michel Junge, phaeno Geschäftsführer, erklärt: „Kunst ist im phaeno von Anfang an mitgedacht: Kunst und Naturwissenschaften haben den gleichen inneren und zutiefst menschlichen Antrieb – Welt verstehen zu wollen. Kunst ist daher für uns nicht Beiwerk, sondern eine eigene Form des Denkens, die das naturwissenschaftliche Denken ergänzt. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern zusammen und zeigen Werke, die Wahrnehmung herausfordern und Fragen öffnen. Insofern ist diese Ausstellung keine Abweichung, sondern eine Konsequenz: Der Dialog mit dem Kunstmuseum führt fort, was im phaeno immer schon angelegt war – Wissenschaft, Kunst und Neugier als eigene Zugänge zur Welt.“
Otmar Böhmer, Geschäftsführer des Kunstmuseum Wolfsburg, betont den kooperativen Ansatz: „Die Ausstellung zeigt, wie Kunst neue Wahrnehmungsräume eröffnen und dazu einladen kann, Bekanntes anders zu sehen. Für das Kunstmuseum ist diese Kooperation eine spannende Erweiterung unseres Programms und zugleich ein wunderbares Signal für die kulturelle Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinaus.“
Der Wolfsburger Fotograf Tom Tautz beschreibt seine Arbeit als Annäherung an das Verborgene: „Im phaeno suche ich nicht nach dem, was sich erklären lässt. Ich suche den Moment, in dem Dinge aufhören, sich erklären zu müssen. Wenn die Kamera ganz nah ist, verlieren die Dinge ihre Namen. Übrig bleiben: Farbe, Licht, Oberfläche. Was ich sehe, ist kein Ende – es ist ein Anfang. Die Kamera gibt mir Zeit: Zeit, nicht zu fragen, was das ist, sondern zu spüren, was es in mir auslöst.”
phaeno Science Center Wolfsburg
Seit 20 Jahren gehört phaeno zu den wichtigsten außerschulischen Lernorten in Niedersachsen. Das Science Center versteht sich als Ort, an dem Naturwissenschaft und Technik unmittelbar erfahrbar werden – ohne Vorkenntnisse, barrierearm und generationenübergreifend. Die außergewöhnliche Architektur von Zaha Hadid macht das Gebäude selbst zum Exponat: eine begehbare Landschaft, die Staunen auslöst und einen außergewöhnlichen Rahmen für rund 250 Exponate schafft.
