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Tage der Industriekultur am Wasser am 17. und 18. Juni 2018

Zeitzeugen aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) beteiligen sich

Rotenburg (Wümme). Die vierten "Tage der Industriekultur am Wasser" finden am 17. und 18. Juni 2017 in der gesamten Metropolregion Hamburg statt. 131 Objekte öffnen dann ihre Türen und zeigen mit 380 Veranstaltungen an 68 Orten, was in ihnen steckt. Hafenanlagen, Schleusen, Brücken und Mühlen, Fabriken uvm. geben dann Einblicke in die Welt der Industriekultur am Wasser. Das verbindende Element ist auch diesmal die Technik, die Wasser nutzt, Wasser beherrscht und am Wasser liegt.

Für alle Kultur-, Geschichts- und Technikinteressierten, genauso wie für Aktive und Familien ist bei den 380 Veranstaltungen etwas dabei. Führungen und Vorführungen, Besichtigungen und „Denkmale in Aktion“ erklären die historische Technik und Arbeitswelt. Das Angebot ist so vielfältig wie die teilnehmenden Industrieanlagen.
Auch verschiedene Kulturinitiativen bzw. Vereine aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) beteiligen sich an diesen IndustrieKulturTagen mit zahlreichen Veranstaltungen. Bevern, Gnarrenburg, Augustendorf, Scheeßel und Visselhövede bieten den Gästen tolle Darbietungen.

Die Ziegelei Pape in Bevern bei Bremervörde wird am 18. Juni erneut ein Anziehungspunkt in der Region sein. In dem heutigen Museumsbetrieb wurden von 1840 bis 1973 Backsteine gebrannt. Während der Betriebsbesichtigungen wird die Maschinenanlage in Betrieb gesetzt und deren Handhabung demonstriert. Groß und Klein können unter Anleitung Handziegel fertigen. Zu Fuß oder mit der Feldbahn geht es zur Lehmkuhle.

In und um Gnarrenburg geht es rund um das Thema Moor bzw. Torf. Erstmals mit dabei ist der Oste-Hamme-Kanal. Schnurgerade zieht sich der Kanal durch Gnarrenburg. Der seit den 1960er Jahren zum Graben degradierte Kanal war einst sechs Meter breit. Er entwässerte den Norden des Teufelsmoors und war eine wichtige Verkehrsader. Zweigkanäle führten zu den Moorhöfen und Fabriken. Denn die Landwege waren kaum befahrbar und eine Eisenbahn gab es erst seit 1909. Bis zu 1.600 Torfkähne waren hier unterwegs, transportierten den von Moorbauern abgebauten Brennstoff zu den Fabriken sowie zum Verkauf Richtung Bremen und Hamburg. Am einzigsten Torfhafen in der gesamten Metropolregion werden Rundfahrten mit dem historischen Torfkahn angeboten. Am 18. Juni findet auf dem Oste-Hamme-Kanal zudem die alljährlichen Klappstauregatta statt. Auf dem Gelände des Hafens finden viele Aktivitäten für Groß und Klein statt.

Auch im Historischen Moorhof Augustendorf dreht sich alles um Torf - den Brennstoff für Städte und Fabriken. Der Moorhof steht zur Besichtigung offen. An beiden Tagen jeweils um 14.00 und 16.00 Uhr finden Führungen zum „Torfabbau wie früher“ statt und die Besucher können sich in der beschwerlichen Torfwirtschaft selber ausprobieren.

Torf war als Brennmaterial auch für die hier ansässige Glasindustrie wichtig. Die 1976 stillgelegte Marienhütte war die größte von vier Glashütten im Ort. Heute befindet sich in ihr ein Glas-Museum, in dem die Erfolgsgeschichte der Gnarrenburger Glasindustrie veranschaulicht wird. Führungen finden nach Bedarf statt und das neue Landschaftsmodell der Marienhütte wird erläutert.
Eng verzahnt mit Industrie und Wasser sind Mühlen, die beeindruckende Zeitzeugen eines alten Handwerks sind. Die Wassermühle in Scheeßel markiert eindrucksvoll den Übergang von einer traditionellen Getreidemühle zu einem Industriebetrieb. An den Tagen der Industriekultur wird die Mühle mit ihren Turbinen in Betrieb genommen und Korn wird gemahlen. Die Besichtigung der Mühle ist dann möglich. Insbesondere Kinder bekommen große Augen, wenn Schrot der Müller die alte Technik in Betrieb nimmt.

Nicht weit entfernt liegt die Honigfabrik Visselhövede. Genau 110 Jahre hat die Familie Winkelmann hier südlich von Rotenburg (Wümme) eine Honig- und Bonbonfabrik betrieben. Wahrzeichen des Werkes ist der 25 Meter hohe Wasserturm. 1999 wurde das Werk aufgegeben und das Areal um genutzt. Heute befindet sich dort eine sehenswerte Ausstellung zur Historie der ehemaligen Honig-, Wachswaren- und Bonbonfabrik.

Alle weiteren Veranstaltungsorte und Infos findet man unter: http://metropolregion.hamburg.de/industriekultur/