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Tourismus im Weltnaturerbe - Qualität statt Beliebigkeit


Naturschutz und Tourismus diskutierten über die wirtschaftliche Bedeutung des Nationalparks und die Chancen für einen Qualitätstourismus im Weltnaturerbegebiet

Wilhelmshaven,  14.06.2010  |  Das niedersächsische Wattenmeer ist seit nunmehr fast 25 Jahren Nationalpark und seit einem Jahr Weltnaturerbe. Bei Einrichtung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer bestand zunächst die Befürchtung, dass wegen der neuen Schutzbestimmungen die Gäste wegbleiben könnten. Dass diese Furcht unbegründet war, hat sich schon lange herumgesprochen: Seit den 1980er Jahren sind die Gästezahlen vor allem auf den Inseln deutlich gestiegen. Doch lässt sich dieser Zuwachs auch ökonomisch in Zahlen fassen? Und welche Chancen für nachhaltigen Tourismus ergeben sich vor dem Hintergrund der Weltnaturerbeanerkennung?
Die Nordsee GmbH und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer luden am Freitag zu einer gemeinsamen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema ein. Rund 60 Teilnehmer aus Tourismus und Naturschutz informierten sich im Nationalpark-Zentrum Wilhelmshaven über zwei wesentliche Aspekte zur Umsetzung einer Gesamtstrategie für die Welterberegion.
Während die Bedeutung von Großschutzgebieten für die Natur weitgehend bekannt und akzeptiert ist, ist die Betrachtung eines Nationalparks als Wirtschaftsfaktor für viele neu und ungewohnt. Im Rahmen einer Studie, die im Auftrag der Nationalparkverwaltung vom Bundesamt für Naturschutz und der niedersächsischen Wattenmeerstiftung gefördert wurde, hat Prof. Dr. Job, renommierter Wirtschaftsgeograf von der Universität Würzburg, sich mit der Ermittlung regionalökonomischer Effekte von Großschutzgebieten beschäftigt. Hierzu wurden in den Jahren 2007/2008 allein im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer fast 25.000 Gäste befragt.
Prof. Job machte in seinem Vortrag deutlich, wie sich die wirtschaftlichen Effekte von Nationalparks berechnen lassen und welchen beachtlichen Einkommensbeitrag sie für die Region leisten: Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer generieren die Nationalpark-Touristen einen Bruttoumsatz von mehr als 115 Mio. Euro jährlich und sichern damit mehr als 3.360 Arbeitsplätze. Für wie viele Besucher ist der Nationalpark tatsächlich der Hauptanziehungspunkt für den Urlaub an der niedersächsischen Küste? Das sind knapp 11% der mehr als 20 Millionen Tages- und Übernachtungsgäste. Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Großschutzgebieten in Deutschland zwar eher gering, aber die absolute Größe wird von keinem anderen Gebiet erreicht. Hier kommt vor allem auch die geschichtliche Entwicklung des Tourismus zum Tragen. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass der mit Nationalparken verbundene Tourismus einen beachtlichen wirtschaftlichen Beitrag für die Region leisten kann.
„Als Marke ist der Nationalpark unschlagbar. Die Ernennung als Weltnaturerbe bietet nun zusätzlich die Chance, diese Auszeichnung durch qualitativ hochwertige Angebote mit Leben zu füllen und den Stolz darauf in der Region zu stärken“, so Prof. Job.
Die konkrete Umsetzung stellte Dr. Kai Pagenkopf im zweiten Teil der Veranstaltung beispielhaft vor. Denn Weltnaturerbe sei nicht nur Auszeichnung und Verpflichtung, sondern auch eine Chance für die Region, dieses Alleinstellungsmerkmal zu nutzen. „Naturtourismus folgt dem aktuellen Trend nach Qualität und Authentizität und bietet damit großes Potenzial. Der Weltnaturerbeurlauber ist der erfahrene anspruchsvolle Genießer, der das Besondere erwartet.“
Ein Beispiel für ein solches qualitativ hochwertiges Naturerlebnisangebot sind die jährlich stattfindenden Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Dr. Pagenkopf zeigte anhand von drei möglichen Pauschalen, wie die bereits zahlreich vorhandenen Angebote mit weiteren touristischen Leistungen verknüpft werden können. Neben der Qualität sind vor allem die regionale Authentizität, die Nachhaltigkeit und Naturverträglichkeit der Angebote wichtig. Welterbe-Tourismus muss den Schutz des Gebietes immer zum Inhalt haben.
Der abschließende Dialog machte deutlich, dass alle Beteiligten daran interessiert sind, die Auszeichnung zum Weltnaturerbe durch herausragende Naturevents wie die Zugvogeltage aktiv mit Leben zu füllen.

Die Nordsee GmbH:
Mit mehr als 22 Millionen Übernachtungen pro Jahr bietet die niedersächsische Nordseeküste für jeden Geschmack das Richtige und bedient dabei die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Urlaubsgäste vom Heimat- oder Naturtourismus bis hin zu Healthholiday oder Sportreisen. Durchatmen in spürbarer Natur. Die Nordsee GmbH besteht aus einen Zusammenschluss von 22 Urlaubsdestinationen aus den sieben Ostfriesischen Inseln und 15 Küstenorten. Darüber hinaus vertritt die Gesellschaft Fähr- und Fluglinien und einige namhafte Hotels entlang der niedersächsischen Nordseeküste. Der Hauptsitz der Nordsee GmbH ist Schortens in Niedersachsen.



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Region: Nordsee
Tourismuswirtschaft: In der Diskussion, ServiceQualität

Pressekontakt Die Nordsee GmbH
Oliver Melchert
Olympiastraße 1, Gebäude 6
26419 Schortens-Raffhausen

+49 (44 21) 95 60 99 -0


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