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Gipfeltreffen am Watt


Symposium zum Kultur- und Naturtourismus in Ostfriesland

Ostfriesland,  01.06.2010  |  „Wir sind ein besonderes Volk und man will herausfinden warum“. Unter diesem Titel stellte Christoph Engl, Marketingdirektor von Südtirol, das erfolgreiche Vermarktungskonzept des Lebensgefühls seiner Region vor. Die Ostfriesische Landschaft hatte am Samstag zu dem Symposium „Kulturtourismus in Ostfriesland“ in der Johannes a Lasco Bibliothek nach Emden eingeladen. Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Bode und der regen Beteiligung von über 200 Zuhörern ging es um den aktuellen Stand von Kultur- als auch Naturtourismus in der eigenen sowie einer kulturell vergleichbaren Region. Vor fast einem Jahr erhielten das Wattenmeer als auch die Dolomiten den Rang eines UNECO-Weltnaturerbes und das „Gipfeltreffen“ beider Vertreter sollte das bereits Erreichte als auch die nächsten Schritte der touristischen Vermarktung aufzeigen.

„Erzählen Sie Geschichten über Ihre Region und deren Menschen und Sie wecken die Begehrlichkeit zu Ihnen kommen zu wollen“, war eine von Engls Kernaussagen. Die Dolomiten seien dabei für Südtirol nur ein Baustein in der gesamten Marketingstrategie. Es gehe mehr um die Rückpositionierung einer Region auf die Eigenarten ihrer Kulturlandschaft, die dann auch von den Menschen vor Ort bewusst gelebt werden müssen. Als Beispiel nannte er die regionalen Produkte, die der Reisende auf der Speisekarte erwartet. Der authentische Geschmack sei dabei für den Gast genauso wichtig für ein Gericht, wie die Geschichte, die dazu erzählt werden kann; wie Namen und Standorte von heimischen Kräutern, die dem Käse einen so einmaligen Geschmack verleihen. Um das erfolgreich umsetzen zu können, hat sich gesamt Südtirol unter einer Dachmarke eingefunden, um so die Region unter die ersten Zehn von Europas Tourismusdestinationen zu bringen.

Eine Premiere erlebten die Zuhörer bei Oliver Melchert, Geschäftsführer der Nordsee GmbH. Erstmals zeigte er die Kampagne für das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. „Wie findet man die Tür in diese 400 km lange Küstenlinie, die von den Niederlanden bis nach Schleswig-Holstein reicht?“, fragte er eingangs, um dies mit der Vorstellung der neuen Plakate zu beantworten. Hände visualisieren dabei das sanfte Zusammenspiel von Mensch und Natur. Über einem Foto, auf dem zwei Finger behutsam den Vollmond über dem Watt zu halten scheinen, steht: „Es gibt einen Ort, wo du die Kraft des Mondes spüren kannst“ und deutet damit den lunaren Einfluss auf die Gezeiten an. Unter „es gibt einen Ort wo.....sind die Weiten des Horizonts, der Ort wo sich Himmel und Erde verbinden, in Verbindung mit Händen ausdrucksstark gezeigt. Mit dieser Darstellung ist eine eigene Bildsprache für das Wattenmeer gefunden und will es so dem Touristen emotional leichter zugänglich machen. Der imposante Grand Canyon erschließt als Weltnaturerbe seine Besonderheit einfacher als das Wattenmeer. Ziel bei der Vermarktung der Nordsee GmbH sei die qualitativ hochwertige Vermarktung, die immer den Respekt vor und den Schutz der Natur im Auge behalte.

Kultur in Verbindung mit Tourismus stand im Mittelpunkt des Vortrages von Enno Schmoll von der Jadehochschule Wilhelmshaven. Ebenso wie sein Vorredner sprach er von der Bedeutung der gelebten regionalen Kultur. Erst diese gäbe dem Touristen das notwendige Kontrasterlebnis. Ostfriesland ist so „einzigartig eigenartig“, dass der Tourist das Gefühl bekommt, ihm werde etwas völlig anderes geboten als zu seiner gewohnten Umgebung zu Hause. Der Kulturtourist habe dazu den Vorteil für die Wirtschaft, dass er auch außerhalb der Saison kommt und zudem noch länger verbleibt. Mit dem Satz „Kulturtourismus lohnt sich für alle“ brachte er die Ergebnisse seiner Untersuchungen zu dem Einfluss des Tourismus auf die Kultur auf einen Punkt. Landrat Walter Theuerkauf fasste in seiner Rolle als Moderator die Ergebnisse aller drei Referenten so zusammen: Quatlitätstourismus heißt das Ziel für die Zukunft. Es geht nicht mehr darum, noch mehr Menschen in die Region und in das Wattenmeer zu locken, sondern die Angebote qualitätvoll auszurichten und dabei die Authentizität Ostfrieslands immer mit einzubeziehen. In Zukunft gehe es um das Ziel die drei Punkte Natur, Kultur und Tourismus gewinnbringend zu vereinbaren.

Zum Abschied und Dank für seinen Vortrag schenkte die Ostfriesische Landschaft dem „Geschichtenerzähler aus Südtirol“ eine Geschichte. Vor über 30 Jahren traf die Leiterin der Kulturagentur, Katrin Rodrian, beim Schilaufen in Wolkenstein zwei Italiener aus der Poebene, die abends das Ende ihres abgeleisteten Militärdienstes bei den südtiroler Bebirgsjägern feierten. Aus Freude über die baldige Rückkehr in ihren Heimatdort, schenkten sie ihr das Abzeichen aus ihrer Einheit. Mit den Worten „jetzt darf dieser Anstecker wieder aus Ostfriesland in seine Südtiroler Heimat zurück“, überreichte sie dem sichtlich bewegten Marketingchef das in Email gearbeitete Stück.

Einmal das Wattenmeer von oben und eine Ostfriesische Insel vor Ort sehen, diesen Wunsch äußerte Christoph Engl gegenüber den Veranstaltern des Symposiums.

Mit Unterstützung der OLT Ostfriesische Lufttransport GmbH und des Staatsbades Norderney GmbH konnte ihm und allen Referenten des Symposium erfüllt werden. Im Anschluss an den Termin in der a Lasco Bibliothek flogen alle nach Norderney. Mit Blick auf das Meer, wunderte er sich, warum die Südtiroler nicht häufiger nach Ostfriesland kommen.

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Region: Ostfriesland
Thema: Veranstaltungen
Tourismuswirtschaft: In der Diskussion

Pressekontakt Ostfriesische Landschaft
Katrin Rodrian
Georgswall 1-5
26603 Aurich

04941 / 179957


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