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Ostfriesland - Portrait

Moin! - so begrüßt man sich in Ostfriesland. Im äußersten Nordwesten Niedersachsens prägen Ried, Deiche und die Nordseeküste die weiten Landstriche. Ostfriesland liegt im äußersten Nordwesten Deutschlands an der Grenze zu den Niederlanden.

In Ostfriesland darf man an einer Tasse Tee nicht vorbeigehen. Das Teezeremoniell der Ostfriesen ist einmalig: In die kleinen „Koppkes“ geschenkt, trifft der Tee auf den „Kluntje“, ein großes Stück Kandis. Ein Löffel Sahne wird in den Tee getan - wer umrührt ist ein Fremder. Der Ostfriese genießt zuerst das Teearoma, dann die Mischung aus Tee und Sahne und zum Schluss die reine Süße.

Geographie/Geschichte

Das Reisegebiet Ostfriesland besteht aus den Landkreisen Ammerland, Aurich, Friesland, Leer und Wittmund sowie den kreisfreien Städten Emden und Wilhelmshaven. Es umfasst neben dem Festland auch die Ostfriesischen Inseln und grenzt im Süden an die Stadt Oldenburg sowie die Landkreise Cloppenburg und Emsland an. Die als Meeresbuchten ausgeprägten Mündungen von Ems und Jade, der Dollart und der Jadebusen, ragen tief in das Land hinein und prägten so den Begriff der „ostfriesischen Halbinsel“.

Etwa 1000 n. Chr. wurde mit der Eindeichung der Küstenlinie begonnen, so dass im 13. Jahrhundert erstmals eine geschlossene Deichlinie entlang der Nordseeküste entstand. Die Deiche ermöglichten den Menschen, von den Wurten und Warften auf die tiefer liegenden Marschgebiete umzusiedeln und neue Dörfer zu gründen. Vor allem aus der Notwendigkeit, mit eigener Kraft für den Deichbau und Hochwasserschutz sorgen zu müssen, entwickelte sich hier schon im Frühmittelalter ein eigener Menschenschlag mit einem starken politischen Selbstbehauptungswillen. Quer über die ostfriesische Halbinsel - von Nordwesten nach Südosten - verläuft der oldenburgisch-ostfriesische Geestrücken. Mit dem Ende der Eiszeiten begannen sich ausgedehnte Hoch- und Niedermoore zu bilden. Noch relativ jung ist die dritte typische Landschaftsform Ostfrieslands: die Marsch, die entlang der Küste und an den Flüssen durch Meeresablagerungen entstand.

Die Ostfriesen schlossen sich, wie in den übrigen friesischen Regionen an der Nordsee, seit dem 12. Jahrhundert zu autonomen Landesgemeinden zusammen. Mit der Erhebung Ulrichs I. Cirksena zum Reichsgrafen im, Jahre 1464 wurde ihre Landesherrschaft vom Reich formell anerkannt. Doch der Familie Cirksena gelang es nicht, sich im Landesinneren eine so starke Stellung aufzubauen, wie sie viele andere Landesherren hatten. Nach dem Aussterben der Cirksena im Jahre 1744 wurde Ostfriesland zunächst preußische Provinz, gehörte ab 1815 zum Königreich Hannover und nach 1866 zu der preußischen Provinz Hannover. Von 1885 bis 1978 war Ostfriesland ein Regierungsbezirk.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft war jahrhundertelang der Haupterwerbszweig der Ostfriesen. Besonders die Milchwirtschaft spielt auch heute noch eine große Rolle.

Durch die zunehmende Bedeutung der regenerativen Energieerzeugung eröffnet sich vielen Landwirten ein zusätzliches Einkommen – sei es durch Windkraft-, Photovoltaikanlagen oder durch Biomasse-Kleinkraftwerke.

Der Südosten der Ostfriesischen Halbinsel, das Ammerland, gehört zu den bedeutendsten Anbaugebieten für Baumschulpflanzen in Europa. Allein 350 Haupterwerbsbaumschulen sind hier ansässig, da sehr gute natürliche Voraussetzungen gegeben sind: maritimes Klima, gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge, sowie gute Böden für die Kulturen. Die besondere Bedeutung der Baumschulwirtschaft liegt in der Urproduktion und damit der hohen Wertschöpfung in den Unternehmen. Der Umsatz in der Baumschulwirtschaft ist in etwa vergleichbar mit dem zehnfachen Wert in der Industrie.

Bis heute gibt es einige kleine Kutterflotten in Ostfriesland. Die Nordseegarnele heißt in Ostfriesland Krabbe. Die Häfen von Ditzum, über Greetsiel, Neuharlingersiel, Hooksiel bis Varelerhafen sind Heimathäfen der Krabbenkutter.

Größte Werft der Region ist die Meyer Werft im emsländischen Papenburg mit etwa 2.500 Beschäftigten. In Ostfriesland sind zudem weitere kleinere Werften, u.a. in Emden und Leer, ansässig. Leer ist einer der größten Seereederei-Standorte Deutschlands.

Enercon, der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen, hat seinen Hauptsitz in Aurich. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist das Bier des Friesischen Brauhauses zu Jever, das friesisch herbe Jever Pilsener. Und schließlich nicht zu vergessen haben mehrere Teehandelshäuser ihre Heimat in Ostfriesland. 

Tourismus

Unter dem Titel „20 Gründe für Ostfriesland“ hat die Ostfriesland Tourismus GmbH eindrucksvoll die Vielfalt dieser Region dokumentiert:
1. Typisch ostfriesisch ist das Radfahren – von der Nordsee bis ins grüne Binnenland. Auf einem rund 3.500 Kilometer langen, facettenreichen Radwegenetz kann man das Land am Meer, beispielsweise auf den vier Ostfrieslandtouren erkunden.
2. Landschaftserlebnis: UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer, Ammerländer Parklandschaft, Moorlandschaft im Fehn(Moor)gebiet mit den typischen Klappbrücken an schnurgeraden Kanälen.
3. Ostfrieslands breites Kulturangebot, alle 3 Jahre mit einem spannenden Themenjahr
4. Bosseln – Ostfrieslands Nationalsport Nr. 1
5. Parks und Gärten: Niedersächsisches Gartenkulturzentrum Park der Gärten in Bad Zwischenahn, Blumenreich Wiesmoor, malerische Schlossparke und zahlreiche kleine Privatgärten, die für Besucher ihre Pforten öffnen
6. Teekultur – z.B. erlebbar in den Teemuseen in Leer und Norden und in vielen urigen Teestuben auf der Ostfriesischen Halbinsel
7. Plattdeutsch – gelebte Alltagskultur in Ostfriesland. Die niederdeutsche Volkssprache ist als Regional- und Minderheitensprache der Europäischen Charta anerkannt.
8. Technik erleben in Ostfriesland: JadeWeserPort-InfoCenter - das Informationszentrum zum Tiefwasserhafen JadeWeserPort, das Emssperrwerk bei Gandersum oder VW-Werksbesichtigungen in Emden
9. Regionale Volksfeste, wie die Matjestage in Emden, das Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven, der Gallimarkt in Leer oder der Zeteler Markt, das Schützenfest in Esens, die Zwischenahner Woche
10. Heiraten auf einem Leuchtturm, in einer alten Burg, Windmühle oder am Strand
11. Rund 70 historische Windmühlen, vom Gallerieholländer bis zur Bockwindmühle
12. Kunsthalle Emden mit Malschule
13. Kinder- und Familienangebote, wie die Seehundaufzuchtstation in Norddeich, das Leeraner Miniaturland und zahlreiche Kinderspielhallen auf der gesamten Ostfriesischen Halbinsel
14. Friesisches Brauhaus zu Jever mit Brauereimuseum
15. Schlickschlittenrennen Greetsiel und Kreierrennen in Pogum
16. Angebote rund um das Pferd: Oldenburger Landesturnier im Rasteder Schlosspark - als größtes Schaufenster der Oldenburger Pferdezucht, das Reitsport-Touristik-Centrum in Timmel, Pferderennen in Hooksiel und Rastede
17. „Dat Otto Huus“ in Emden von Otto Waalkes
18. Ostfrieslandwanderweg mit den Scheuerpfählen für Kühe als originelle Besonderheit am Wegesrand
19. Volle Fahrt voraus per Paddel und Pedal - abwechselnd paddelnd und in die Pedale tretend das Land erkunden
 

Berühmt

In Friesland begrüßt man sich mit „Moin“. Oft missverstanden als Verkürzung von „Morgen“ erklären doch die meisten, meist älteren Ostfriesen den Gruß so: „Moin“ ist die abgekürzte bzw. zusammengezogene Form von dem Gruß: „Moi’n Dag!“ = „Schönen/guten Tag!“ , zumal das „Moi“, für: schön bzw. gut („Dat is moi“) – ein oft und gern gebrauchtes Wort im ostfriesischem Platt ist. Ostfriesland hat im Laufe der vergangenen Jahrhunderte - und bis heute - eine Reihe von bekannten Persönlichkeiten hervorgebracht.

Der international bekannteste Ostfriese dürfte der aus Emden stammende Filmregisseur Wolfgang Petersen sein. Zu den national bekannten Ostfriesen gehören darüber hinaus die ebenfalls aus Emden kommenden Komiker Otto Waalkes und Karl Dall. Auch in Emden geboren wurde Henri Nannen. „Stern“-Gründer Henri Nannen baute 1986 in seiner Heimatstadt Emden ein Haus für seine Sammlung der Kunst des 20 Jahrhunderts. Die Kunsthalle Emden ist inzwischen der kulturtouristische „Leuchtturm“ Ostfrieslands. Weitere berühmte Ostfriesen: Heiko Engelkes, Scooter (Hans-Peter Geerdes), Tamme Hanken. Wahl-Ostfriese, weil nicht hier geboren, ist z.B. der Seeräuber Klaus Störtebeker, der sich im 14. Jahrhundert die Lage Ostfrieslands an Seewegen bei gleichzeitiger Abgeschiedenheit auf dem Landwege zunutze machte.

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