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Osnabrücker Land - Portrait

Die markanten Höhenzüge des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges prägen das Osnabrücker Land. Erholung ist in einem der größten Naturparks, der aufgrund seiner geologischen Besonderheiten in das europäische Netzwerk der Geoparks aufgenommen wurde, garantiert. À propos Europa: Gleich zweimal wurde im Osnabrücker Land der Verlauf der europäischen Geschichte geprägt. 

Geographie

Das Osnabrücker Land ist eine Region im Südwesten Niedersachsens, die in nordrhein-westfälisches Gebiet hineinragt. Zentrum ist die kreisfreie Stadt Osnabrück. Der südliche Teil des Osnabrücker Landes grenzt an das nordrhein-westfälische Münsterland. Im Westen ist das Tecklenburger Land landschaftlich die Fortsetzung des Osnabrücker Landes nach Nordrhein-Westfalen hinein. Im Südosten liegt das Ravensberger Land. Im Norden grenzt das Osnabrücker Land an das Emsland und das Oldenburger Land, im Osten an die Dümmer-Region. Wichtige Städte sind neben Osnabrück, Quakenbrück, Bramsche, Georgsmarienhütte und Melle.

Die Gegend ist vom Teutoburger Wald und vom Fluß Hase geprägt. Man spricht hier noch einen plattdeutschen Dialekt, der zum Ostwestfälischen gehört. Gemeinhin wird die Region mit dem Landkreis und der Stadt Osnabrück identifiziert, die auch weitgehend dem reichsfreien Fürstbistum des Alten Reiches entspricht. 

Geschichte

Zweimal wurde im Osnabrücker Land europäische Geschichte geschrieben. Im Jahre 9 nach Christus schlug Arminius die römischen Legionen des Varus bei Bramsche-Kalkriese. Und im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses wurde 1648 mit dem Frieden zu Osnabrück und Münster schließlich der 30-jährige Krieg beendet.

Die bäuerliche Besiedlung im Osnabrücker Land geht auf fast allen Siedlungsplätzen auf die Zeit vor 800 n. Chr. zurück. Nach der Christianisierung der Sachsen durch die Franken ab etwa 800 n. Chr. wurden auch im ländlichen Raum vielerorts Kirchen errichtet. Um besseren Schutz gewähren zu können, wurde im Laufe der Zeit die Kirche zusammen mit Friedhof und Speichern von einer Mauer umgeben. Diese so gesicherten Siedlungen werden auch als Kirchenburgen bezeichnet. Typisch für die Bauten des Osnabrücker Landes waren Fachwerkbauten. Als älteste bestehende Fachwerkkonstruktion wird ein bis heute bestehender Verbindungsbau der 1552 erbauten Burg Scheventorf im Gebiet der heutigen Stadt Bad Iburg angesehen.

In weniger als 200 Jahren hat sich die Einwohnerzahl auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Osnabrück von rund 122.000 im Jahr 1821 auf rund 356.000 im Jahr 2011 fast verdreifacht. Mit dem Einzug der Industrialisierung auch im Osnabrücker Land stieg die Einwohnzahl langsam zunehmend bis zum Jahre 1939. Nach dem Krieg blieben viele Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten hier, so dass etwa 50 Prozent mehr Menschen im Landkreis lebten als vor dem Krieg. 

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur ist gekennzeichnet von einer breiten Branchenstruktur. Vorwiegend gibt es hier kleine und mittlere Unternehmen. Besonders das produzierende Gewerbe mit Betrieben aus den unterschiedlichsten Branchen ist im Osnabrücker Land ansässig. In der Samtgemeinde Artland finden sich Produktionsstätten zweier Fleisch- und Wurstwaren-Fabrikationsbetriebe (Artland Fleischwaren GmbH) sowie einer Firma für „köstliche Desserts, feine Backzutaten und andere Produkte zum Genießen" (Artland Convenience GmbH). In Dissen und Hilter im Südkreis werden Fleisch- und Wurstwaren sowie Margarine produziert. Außerdem befindet sich hier die größte Salatfabrik Europas von der Hermann Ofterdinger GmbH.

Diese Nahrungsmittel-Produktion gründet sich auf der ertragreichen Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück. So verwundert es auch nicht, dass hier einer der modernsten europäischen Schlachthöfe seinen Standort hat. In Melle hingegen befindet sich mit Tetra die größte Zierfischfutter-Fabrik der Welt.

Die Metallverarbeitung (z. B. das Stahlwerk Georgsmarienhütte) und die Holzverarbeitung haben eine hohe Bedeutung. Es gibt Zulieferer für die Automobilindustrie, Hersteller von Edelstahlerzeugnissen, Pappe, Tapeten, Möbeln, Bernsteinschmuck und Turmuhren.

Schließlich hat der Tourismus eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung. Ein Grund sind Heilbäder mit Solequellen und die abwechslungsreiche Landschaft mit den Höhen im Teutoburger Wald, Wiehengebirge aber auch im Osnabrücker Hügelland und in den Ankumer Bergen. Für den Wanderer und Radler gibt es ein ausgedehntes Wegenetz. Insgesamt stehen mehr als 2.500 km Radwege zur Verfügung. Vor allem die Routen in den Gebieten südlich des Teutoburger Waldes und nördlich des Wiehengebirges sind beliebt. Es gibt eine Vielzahl von Baudenkmälern, die touristische Attraktionen darstellen: die Artländer Bauernhäuser im nördlichen Osnabrücker Land, die 16 Burgen und Schlösser sowie die 17 erhaltenen Wasser- und Windmühlen überall im Osnabrücker Land. 

Tourismus

Vielen historischen Sehenswürdigkeiten begegnen die Urlauber im Osnabrücker Land. Im Museum und Park Kalkriese wurde vor rund 2.000 Jahren die Varusschlacht ausgetragen, die das Museum heute anschaulich für die Besucher erlebbar macht.

Der Naturpark Terra Vita gehört zum Netzwerk der europäischen Geoparks der Unesco und ist bekannt für seine landschaftliche Vielfalt, die sonst kein Naturpark in Deutschland zu bieten hat.

300 Millionen Jahre Erdgeschichte haben das Osnabrücker Land geprägt. Die 150 Millionen Jahre alten Saurierspuren in Bad Essen-Barkhausen gehören zu den beeindruckensten Zeugnissen der Urzeit.

Die Friedensstadt Osnabrück bildet sowohl das kulturelle als auch das wirtschaftliche Zentrum des Osnabrücker Landes. Doch auch in die Umgebung bietet Radfahrern, Wanderern und Reitern eine Menge Möglichkeiten. Von Heilbädern und Erholungsorten über weite ursprüngliche Natur bis hin zu historischen Sehenswürdigkeiten. 

Berühmt/Kulinarisch

Erich Maria Remarque, der Autor von „Im Westen nichts Neues“ kommt ebenso aus dem Osnabrücker Land, wie der Konstruktivist Friedrich Vordemberge-Gildewart und der Schlagersänger Ulli Martin („Monika“).

Auch kulinarisch geht es eher deftig zu im Osnabrücker Land. Es gibt zahlreiche Wildgerichte und man findet auch schon mal ein Stück Hirschfleisch auf der Pizza. Die Osnabrücker gelten als norddeutsch-bedächtig und gleichzeitig erfindungsreich: Hier entstand eine Delikatesse aus der profanen Steckrübe, der „Ramanken-Eintopf“. In dieses Gericht gehören Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Möhren, Lauch und Sellerie, den letzten Schliff geben süße gekochte Birnen. Grünkohl, das frühere Grundnahrungsmittel der armen Leute ist heute eine Delikatesse – vor allem in Kombination mit seinen Fleischbeilagen.

„Wurstebrot“ ist eine Wurstsorte: Sie besteht aus Blut, Roggenschrot, fettem Speck, Schweinefleisch, Mehl und Gewürzen und wird, in Scheiben geschnitten und mit Schmalz oder Butter gebraten, mit Brot serviert.

Pumpernickel, sehr dunkles Schwarzbrot, kommt laut einer Legende aus Osnabrück und war ursprünglich ein Brot, dass auf Kosten der Stadt für die Notleidenden einer Hungersnot im 15. Jahrhundert gebacken wurde. Das Volk, das der lateinischen Sprache nicht mächtig war, machten aus „bonum paniculum“ (gutes Brot) zuerst „Bompernickel“ und später „Pumpernickel“.

Pressemappe - Osnabrücker Land (2,6 MB)