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Nordsee-Elbe-Weser - Portrait

Das "Zweistrom-Land" zwischen Elbe und Weser ist für riesige Obstplantagen, weitläufige Moorlandschaften, idyllische Flussauen und malerische Heideflächen bekannt. Kulturelle und architektonische Höhepunkte findet man in dieser Region in den Städten Bremerhaven, Osterholz-Scharmbeck, Rotenburg (Wümme) und Stade ebenso wie in der Künstlerkolonie Worpswede. Das typisch norddeutsche Landschaftsbild wird geprägt durch das Teufelsmoor im Westen, dem Alten Land im Osten und der Lüneburger Heide im Südosten. Dazwischen winden und schlängeln sich zahlreiche Flussläufe, wie Hamme, Oste und Wümme.

Geschichte/Geografie

 

In den Urstromtälern vergangener Eiszeiten gelegen, hat sich in der Region über Jahrtausende hinweg das Teufelsmoor mit einem bis zu 11 Meter dicken Torfkörper ausgebildet.

Es erstreckt sich heute bis zur Moorgemeinde Gnarrenburg im Norden und ist als historisches Lieblingsmotiv vieler namhafter, nicht nur norddeutscher Künstler bekannt geworden. Im Norden schließt sich der Naturraum der Stader und Zevener Geest im Landkreis Rotenburg (Wümme) an. Namensgebend war die „Rote Burg“ des Bischofs von Verden, die ihm bis in das frühe 13. Jahrhundert in Rotenburg als Amtssitz diente. Auch historisch und überwiegend landwirtschaftlich geprägt, erinnern heute u.a. zahlreiche Mühlen an die intensive Bewirtschaftung der fruchtbaren Auen wie im Bereich der Bade um Zeven und der Oste um Bremervörde.

Schwerpunkt der Besiedlung im alten Land sind die elbnahen Gebiete. Sie umfassen den fruchtbarsten Marschboden, während sich zur Geest hin ein Moorgürtel anschließt. Aufgrund der Fruchtbarkeit des Bodens bildete sich eine besondere bäuerliche Kultur aus. Die Dörfer sind Marschhufendörfer, bei denen die Höfe an der Straße liegen und das Land gleich hinter den Höfen beginnt. Kennzeichnend sind reich verzierte Bauernhäuser mit typischen Prunkpforten. Der Nordwesten in der Region Nordsee-Elbe-Weser ist seit jeher vor allem wirtschaftlich durch die Mündung der Weser und den dortigen Ansiedlungen geprägt. Bremerhaven, einstmals Gegenstand des ständigen Kampfes zwischen dem Erzbistum und der Stadt Bremen, entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts zum größten Auswandererhafen Europas. Im Auswandererhaus lässt sich diese Geschichte heute nachverfolgen.

 

Wirtschaft

Das Alte Land ist wirtschaftlich vor allem vom Obstanbau geprägt. Mit einer Fläche von rund 14.300 Hektar Baumobst ist das Alte Land das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Mitteleuropas. 90 Prozent der Obstbäume sind Äpfel und sechs Prozent Kirschen. 

Der Landkreis Rotenburg (Wümme) ist nicht nur historisch gesehen durch die Landwirtschaft gekennzeichnet. Zahlreiche Mühlen zeugen hier von der langen Geschichte des Getreideanbaus. Besonders im Sommer und Frühherbst prägen endlose goldbraune Kornfelder auch heute noch das Landschaftsbild.

Tourismus

Neben dem Obstanbau spielt der Tourismus eine große Rolle. Das "Zweistrom-Land" zwischen Elbe und Weser lädt zu Entdeckungsreisen ein! Im Landkreis Stade können die Gäste nicht nur die malerischen Hansestädte Stade und Buxtehude bewundern. Die Region ist vor allem für die knackigen Äpfel aus dem Alten Land und herrliche Feste zur Blütezeit der Obstbäume bekannt. Radfahrer finden hier ihr "Fahrradies"! Herbe Schönheit der Natur und das geheimnisvolle Dunkel der Moorlandschaft genießen Besucher im Teufelsmoor rund um Worpswede. Eine Fahrt mit dem traditionellen Torfkahn oder die Fahrt mit der nostalgischen Museumsbahn "Moorexpress" werden zur aufregenden Zeitreise. Seit einem Jahrhundert ist Worpswede ein Künstlerdorf von internationalem Rang. Stilvolle Museen und Vernissagen laden zu einem spontanen Besuch ein. 

Radfahr- und Wanderfreunde kommen im Landkreis Rotenburg (Wümme) besonders auf ihre Kosten. Auf verschiedenen überregionalen Radfernwegen (u.a. Radfernweg Hamburg – Bremen, Wümme-Radweg, Mühlenroute) und zahlreichen regionalen Radtouren können Besucher die Region erfahren und dabei die besonders für Radler interessanten Melkhüs ansteuern.

Berühmt

Im gesamten Alten Land ist ein Brauch verbreitet: Um die weit verbreiteten Kirschbäume vor räuberischen Vögeln zu schützen, stellen die Landwirte seit altersher in den Sommermonaten mit Propangas betriebene Knallapparate (auch „Kirschböller“ genannt) in die Landschaft. Diese kanonenähnlichen Apparate verursachen Explosionen, die kilometerweit zu hören sind. Heutzutage wird jedoch mehr auf Vogelschutznetze gesetzt, die die gierigen Tiere von der Ernte fernhalten sollen.

Und noch ein Kuriosum: Ganz in der Nähe von Wilster befindet sich das deutsche Gegenstück zur Zugspitze, die tiefste Landstelle mit 3,54 m unter NN.

Überregionale und sogar internationale Bekanntheit besitzt der Landkreis Rotenburg (Wümme) unter Musikfans. Jährlich lockt und rockt das „Hurricane“-Festival in Scheeßel zehntausende Besucher in die Region.