Sprachversionen


Service Menü



Headerbild_Zeitungen

Sie befinden sich hier:

Millionster Besucher im Agrarium

Deutschlands einzige Ausstellungswelt zu Landwirtschaft und Ernährung

Rosengarten-Ehestorf. Das Agrarium, die Ausstellungswelt im Freilichtmuseum am Kiekeberg, zeigt auf 3.300 Quadratmetern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Lebensmittelproduktion. Zahlreiche Exponate, interaktive Elemente und ein umfangreiches Vermittlungsprogramm machen die Entwicklung von Landwirtschaft und Ernährungsindustrie seit der Industrialisierung deutlich. Die Besucher können mit allen Sinnen der Frage nachgehen, wie unser Essen hergestellt wird.

Auf drei Etagen widmet sich das Agrarium jeweils einem Hauptthema: der Landwirtschaft von der Aussaat bis zur Ernte, den Antriebskräften Dampf, Diesel und Strom sowie der modernen Ernährungswirtschaft. Wie arbeitet ein Landwirt heute? Was änderte die Erfindung des Traktors an der Ernährungssituation? Und was steckt hinter den Bio-Siegeln?

Von der 19 Tonnen-Dampflokomotive bis zum Pommes-Schneider, vom Lanz Bulldog bis zum Pflaumenmus-Kessel: Die historischen Exponate, ausgestellt in offenen Stahlregalen, veranschaulichen die Geschichte von Landwirtschaft und Ernährungsindustrie. Architektonischer Höhepunkt ist der Treckerturm. Er durchzieht alle drei Etagen und präsentiert auf besondere Weise Meilensteine der Traktorengeschichte. Einen Vergleich zur Gegenwart machen moderne Landmaschinen möglich, die im Außenbereich unter einem großen Schleppdach gezeigt werden.

An zahlreichen Mitmachstationen können die Besucher selbst Hand anlegen und beispielsweise eine Modellkuh melken, sich ein Kantinenmenü zusammenstellen oder nehmen und am Simulator in einer echten Fahrerkabine Mähdrescher fahren. Wissensinseln laden dazu ein, sich anhand von Texten, Bildern, Hör- und Filmbeispielen in einzelne Themen zu vertiefen.

Im Agrarium bietet das Museum ein Vermittlungsprogramm rund um Landwirtschaft und Ernährung für alle Altersgruppen an. Es umfasst neben Führungen auch Kurse in der modernen Lehrküche. Hier vergleichen Kinder und Jugendliche zum Beispiel Selbstgekochtes mit Fertigessen oder stellen ihren Geschmackssinn auf die Probe. Erwachsene bauen ihr Küchen-Know-How weiter aus, etwa in Kursen zur Likörherstellung, zur Käserei oder zum Kochen mit alten Gemüsesorten.

Das Agrarium zeigt als erste dauerhafte Ausstellung in Deutschland, wie Lebensmittel in Landwirtschaft und Industrie hergestellt werden. „Landwirtschaft und Ernährung sind unsere Kernthemen“, sagt Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese. „Mit dem Agrarium schaffen wir eine Verbindung von den offenen Feuerstellen in unseren alten Gebäuden und den historischen Maschinen zu den modernen Techniken von heute. Wir zeigen ganz bewusst Landwirtschaft und Ernährungsindustrie, wie sie heute arbeiten“, so Rolf Wiese weiter. „Außerdem werfen wir einen Blick auf die Zukunft: Wo stehen wir in zehn Jahren?“

Im Vordergrund stehen die aktuellen Fragen der Ernährung. „Viele Menschen haben keine konkrete Vorstellung, wie ihre Lebensmittel heute hergestellt werden. Dabei ist Essen ein wichtiger Lebensbestandteil und interessiert schon Kinder sehr“, erklärt Rolf Wiese. „Wir zeigen vielfältige Dinge, von Traktoren über ein Bullenskelett bis zu einem der ersten Kühlschränke. Insbesondere Kinder erhalten dadurch ein realistischeres Bild.“ Aktionstage wie der Süße Sonntag oder die Kiekeberger Lebensmittelmesse machen besonders anschaulich, wo die Lebensmittel herkommen. Dazu kooperiert das Museum mit vielen Betrieben in der Region – sowohl konventionell wie ökologisch arbeitenden, großen oder kleinen Herstellern.