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Lüneburger Sülfmeistertage vom 28. bis 30. September

Fassrollen bei den Lüneburger Sülfmeistertagen, © Lüneburg Marketing GmbH
Fassrollen bei den Lüneburger Sülfmeistertagen © Lüneburg Marketing GmbH
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Die alte Hansestadt feiert einmal im Jahr ihre Sülfmeister mit einem Fest, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Die wirtschaftliche Blüte erlangte Lüneburg im Mittelalter durch die Salzvorkommen direkt unterhalb der Stadt. Mithilfe von Siedepfannen, an denen ausschließlich die Sülfmeister die Rechte besaßen, wurde das kostbare Salz gewonnen. Bereits damals wurde jährlich ein großes Fest abgehalten, um einen neuen Sülfmeister zu wählen und dessen Mut auf die Probe zu stellen. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die so genannte Kopefahrt, während dieser ein riesiges mit Steinen gefülltes Kopefass zunächst durch die Straßen gezogen wurde, um es am Ende zu verbrennen.

Das Küren des Sülfmeisters
Auf unterhaltsame Art und Weise wurde auch im letzten Jahr ein neuer Sülfmeister erkoren. Nicht nur ihren Mut, sondern auch ihre Geschicklichkeit und Schnelligkeit musste Arne I. mit seinem Team der Salztherme Lüneburg beweisen, um sich bei amüsanten Wettspielen zu behaupten.

Nur die Siegermannschaft hatte am Ende das Privileg, den neuen Sülfmeister aus den eigenen Reihen ernennen zu dürfen. Doch bis es soweit ist, kam das historische Kopefass ins Spiel. Um Sieger bei den Wettspielen zu werden, muss das riesige Fass von der gesamten Mannschaft über den Lüneburger Platz Am Sande gerollt werden, und das so schnell wie möglich.

Sobald die Siegermannschaft feststeht und der neue Sülfmeister gekürt wird, muss er auch schon seine erste offizielle Amtshandlung übernehmen. Er hat die Aufgabe, den großen Festumzug mit zahlreichen Teilnehmern und prächtig geschmückten Festwagen, Musikgruppen und Kostümen anzuführen. Danach läutet er den Abschluss des Spektakels ein, indem er das Kopefass zeremoniell verbrennt.

Der Umzug zum Ausklang der Sülfmeistertage ist legendär: Alle Lüneburger und Besucher der Stadt verteilen sich entlang der Strecke. Die geschmückten Festwagen und deren Begleiter bringen die Besucher jedes Jahr zum Staunen und Lachen. Sportvereine und Spielmannszüge präsentieren sich, aber auch die Majestäten und Spaß- und Interessenvereine sind dabei. Der Umzug startet an den Sülzwiesen, führt durch die Innenstadt und endet am Platz am Sande, wo traditionell am Sonntagabend gemeinsam das Lied "Ich bin en Lüneburger" gesungen wird. Ein absoluter Gänsehautmoment!

Abgerundet werden die Lüneburger Sülfmeistertage mit einem bunten Rahmenprogramm aus Musik, Theateraufführungen und einem besonderen Gottesdienst.