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Kultur - Portrait

Tanz- und Musikfestivals mit Spitzenkünstlern, hervorragende Museen und Ausstellung sowie Burgen und Schlösser mit langer Geschichte - das Kulturangebot in Niedersachsen ist vielfältig. Stöbern und staunen, sehen und entdecken, lernen und begreifen: Niedersachsens Museen, Kunsthallen und Galerien stecken voller Überraschungen.

Zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, modern oder ganz historisch, verschnörkelt oder schlicht – für jedes Interesse gibt es eine passende Ausstellung. Kunstkenner oder historisch Interessierte kommen ebenso auf ihre Kosten wie technisch orientierte Besucher, die den Dingen auf den Grund gehen wollen. 

Museen & Ausstellungen: Alte und ...

Braunschweig hat mit dem Herzog-Anton-Ulrich-Museum das größte und bedeutendste Kunstmuseum des Landes Niedersachsen und eines der wichtigsten Museen alter Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Gleich nebenan in Wolfenbüttel steht die international angesehene Herzog August Bibliothek. Die Forschungsstätte für das Mittelalter und die frühe Neuzeit ist auch Heimat für das teuerste Buch der Welt, dem Evangeliar von Heinrich dem Löwen, das 1989 für 32,5 Millionen D-Mark ersteigert wurde.

Durch seine bedeutende Alt-Ägyptensammlung ist das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim weltweit bekannt, außerdem kann es die zweitgrößte Sammlung chinesischen Porzellans in Europa aufweisen.

Die Sammlung für Völkerkunde am Institut für Ethnologie der Universität Göttingen ist eines der wichtigsten völkerkundlichen Museen in Deutschland: Die Dauerausstellungen zu Amerika, Asien und Ozeanien sowie Afrika sind neu aufgebaut und didaktisch überarbeitet worden. Sie präsentiert sich heute großzügig über zwei Etagen. 

... moderne Kunst...

Auch für die Freunde der modernen Kunst hat Niedersachsen viel zu bieten. Die Kunsthalle Emden mit der Henry-Nannen-Sammlung initiiert immer wieder innovative Projekte, um Kunst auch dem Nachwuchs näher zu bringen. Das Sprengel-Museum in Hannover bietet Kunst des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkte sind Werke von Max Ernst, Fernand Leger, Paul Klee, Pablo Picasso, Max Beckmann und Niki de Saint-Phalle. Das Kunstmuseum Wolfsburg hat sich in der Kunstszene wegen seiner Sammlungen und spektakulären Ausstelllungen zu moderner und zeitgenössischer Kunst einen Namen gemacht. Und das weltweit erste 24-Stunden-Museum steht in Celle. Hier, im Bomann-Museum lockt unter anderem die Sammlung Robert Simon den Besucher an. 

...unter freiem Himmel

Niedersachsen ist auch bekannt für seine Freilichtmuseen. Das Wind- und Wassermühlenmuseum in Gifhorn zeigt 16 Mühlen aus der ganzen Welt in Originalgröße und rund 45 Wind- und Wassermühlenmodelle. Neben den bekannten Windmühlen aus Norddeutschland und Holland gibt es auch Mühlen aus Asien und Afrika sowie berühmte Bauwerke wie die Mühle von Sanssouci, wie sie im Potsdamer Park steht.

Das Museumsdorf Cloppenburg gehört zu den ältesten Museumsdörfern Deutschlands mit vielen alten Fachwerkhäusern und historischen Handwerkseinrichtungen. Lebendige Werkstätten, in denen traditionelles Handwerk ausgeübt wird, sind fester Bestandteil.

Wie lebten die Menschen vor 4.000 Jahren? Das zeigt der Bronzezeithof Uelsen. Der Nachbau einer authentischen Hofanlage lässt die Geschichte lebendig werden. Ein tief gezogenes Reetdach, lehmverputzte Flechtwände und der pure Lehmboden des Haupthauses zeigen die einfache Lebenssituation um etwa 2.000 vor Christus.

Vor 2.000 Jahren soll auf dem heutigen Gelände des Museums Kalkriese in Bramsche Arminius der Cheruskerfürst mit seinen Germanen den römischen Heerführer Varus vernichtend geschlagen haben. Museum und Park Kalkriese sind ein archäologisches Museum mit angeschlossenem Freilichtmuseum im Bramscher Ortsteil Kalkriese im Osnabrücker Land. Hier wurden diverse Funde aus dieser Zeit gemacht, unter anderem eine alte Gesichtsmaske römischer Krieger.

Auf zwölf Hektar stehen im Freilichtmuseum am Kiekeberg im Landkreis Harburg über 30 historische Gebäude. Mit ihren traditionellen Inneneinrichtungen und den historischen Gärten vermitteln die Bauernhäuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude ein realistisches Bild der Zeit von 1600 bis in die 1950er Jahre. Pommersche Gänse, Ramelsloher Blaubeine oder Bunte Bentheimer Schweine sind äußerst lebendige Bewohner der Häuser.

Das Rundlingsdorf Lübeln im Wendland zeigt an 18 Stationen das Leben und Arbeiten der Menschen vor rund 200 Jahren. Das ganze Jahr über gibt es Aktionstage, Märkte, Handwerksvorführungen, Ausstellungen und vielfältige Programme für Kinder und Jugendliche.

Im Künsterldorf Worpswede lebten und wirkten Maler wie Otto Modersohn, dessen Frau Paula Becker-Modersohn und Fritz Mackensen. Allein sieben Museen und museale Galerien zeigen die Worpsweder Kunstgeschichte. Noch heute leben über 100 Künstler und Handwerker im Ort.

Der Dinosaurierpark in Münchehagen in der Nähe des Steinhuder Meers präsentiert mit über 200 lebensgroßen Dinosauriermodellen die Welt der Urzeitriesen. Den Anfang des Parks bildete der Fund zweier Dinosaurier- Spuren. Heute können Kinder selbst nach Dino-Knochen buddeln, Steinzeitschmuck basteln und an vielen weiteren Aktionen teilnehmen. 

...dreimal Weltkulturerbe...

Die wertvollsten Kultur-Stätten der Menschheit werden von der Unesco weltweit mit dem Titel „Weltkulturerbe" ausgezeichnet. In Niedersachsen gibt es drei Welterbestätten dicht nebeneinander - in Hildesheim die romanische Baukunst mit Dom und der St. Michaeliskirche, in Goslar die historische Altstadt und das ehemalige Bergwerk Rammelsberg gemeinsam mit der Oberharzer Wasserwirtschaft. Neu als Weltkulturerbe wurde am 29.Juni 2011 das von Walter Gropius und Adolf Meyer ab 1911 errichtete Fagus-Werk in Alfeld ausgezeichnet. 

Kurioses und Besonderes

Natürlich gibt es in Niedersachsen auch eher skurrile Ausstellungen und Einrichtungen, wie zum Beispiel das Schnarchmuseum in Alfeld, das Muschelmuseum in Wremen oder das Ammerländer Schinkenmuseum, dass sich der Erhaltung der vom Aussterben bedrohten „Bunten Bentheimer Schweine“ widmet. Europas erstes Küchenmuseum, das WOK (World of Kitchen), steht in Hannover und gibt Einblicke in die Bereiche „ Aus der Urzeit in die Moderne“, „Küchen aller Nationen“, „Küchen aller Kontinente“, „Küchen aus Mythen und Märchen“ sowie “Die Schul- und Schau-Küche“. 10.000 Exponate aus allen Küchen dieser Welt sind dort zusammengetragen und laden zum „Studieren“ und „Probieren“ ein. 

Burgen und Schlösser

In Niedersachsen laden eine Vielzahl von Schlössern und Burgen auf eine Reise in die Vergangenheit ein. Diese zum Teil auf eine 1.000-jährige Geschichte zurückblickenden Bauten waren Schauplatz historischer Ereignisse und Wirkungsstätte bekannter Persönlichkeiten. Sie sind häufig noch heute eindrucksvolle architektonische Bauten. Rund 2.000 mittelalterliche Burgen und etwa 200 Burgwälle stehen mitten in Städten, an Flüssen oder auf Bergen. Manche sind seit Jahrhunderten im Besitz derselben adligen Familie, andere gehören dem Land oder privaten Organisationen. Viele Schlösser sind nicht nur steinerne Zeugen vergangener Macht, sondern mit Museen, Cafés oder Landschaftsgärten auch lohnenswerte Ausflugsziele. 

Die Welfen

Die Welfen sind das älteste Fürstenhaus Europas. Im Reiseland Niedersachsen haben die Nachfahren Heinrichs des Löwen eine Menge Spuren hinterlassen, es gibt viele Schauplätze, an denen sich die spannende und schillernde Vergangenheit des Hochadels nacherleben lässt. Die mehr als tausendjährige Familiengeschichte der Welfen stellt andere Dynastien in den Schatten. Die enge Verbindung zum englischen Königshaus sorgte dafür, dass die Prinzen von Hannover und die Herzöge von Braunschweig das europäische Kräftespiel maßgeblich beeinflussten. Ob Schloss Marienburg oder die Herrenhäuser Gärten, das Welfenschloss Gifhorn in der Südheide, das Schloss Wolfenbüttel, das Residenzschloss in Braunschweig oder das Celler Schloss – die Welfen haben einzigartige Kulturschätze hinterlassen.

Daneben werden in Niedersachsen aber alle Stilepochen zum Leben erweckt, zum Beispiel in den zahlreichen Schlösser der Weserrenaissance im Weserbergland. Das Osnabrücker Land ist geprägt von einer stattlichen Anzahl Schlösser, Burgen und Herrenhäuser. Je nach Epoche oder Zweck erscheinen sie dem Betrachter filigran, wehrhaft, imposant oder romantisch. Immer aber sind sie Beispiele einer wechselvollen, ereignisreichen Geschichte und ihrer prägenden Persönlichkeiten. Hochherrschaftliche Jagdschlösser und Gutshöfe gibt es auch im Emsland. Das barocke Jagdschloss Clemenswerth in Sögel ist mit seinem Zentral- und acht Gästepavillons die einzige erhaltene Jagdsternanlage. Das Museum zeigt unter anderem die barocke Jagd, Porzellan und Straßburger Fayencen. Zahlreiche Veranstaltungen fügen sich besonders gut in das Schlossgelände ein: Museumsnacht, Kunstmarkt „Park Art“, Schleppjagd und Falknertage sowie das „Kleine Fest im großen Park". 

Romanik, Zeit der Märchen und Mysterien

Jahrhunderte des Widerstreits zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft kennzeichnen die Romanik zwischen 900 und 1250 nach Christus im zweitgrößten Bundesland. Es war eine Zeit voller Märchen und Mysterien. Könige waren stark wie Löwen, in den Klöstern wurden vielerlei Künste – wie die Brauerei- und Goldschmiedekunst – gepflegt und die Baumeister waren wie mächtige Magier. Denn es gelang ihnen, den Zauber der Romanik für alle Zeit in ihren Werken zu bewahren. Burgen, Schlösser und Klosteranlagen von ungeheurer Größe entstanden. Heinrich der Löwe baute Braunschweig mit dem Bronzenen Löwen als Wappentier, der Burg Dankwarderode und dem Braunschweiger Dom als Machtzentrum aus. Im Harz errichtete Friedrich Barbarossa als Ausdruck seiner Macht und Stärke das Gebäudeensemble der Kaiserpfalz in Goslar. Daneben gibt es die Hildesheimer Kirchen, Kloster Bursfelde an der Weser, die Dome und Dorfkirchen im Braunschweiger Land, den Kaiserdom in Königslutter und das Kloster Loccum.

 Niedersachsen ist Mühlenland

Es war über Jahrhunderte die effektivste Art der Energiegewinnung: Wind oder Wasser trieben die Flügel oder Schaufelräder der Mühlen an und nahmen den Menschen wichtige Arbeit bei der Herstellung des täglichen Brotes ab. Dampfmaschinen, Diesel- und Elektromotoren verdrängten die Mühlen – und so wurden viele Mühlen überflüssig und schließlich abgerissen. Rund 800 Wasser- und 600 Windmühlen werden noch heute in Niedersachsen gezählt. Einige Liebhaber alter Mühlen haben sogar in den letzten Jahren stillgelegte und baufällige Windmühlen wieder aufgebaut und somit neue Ausflugsziele geschaffen. Manche Gebäude wanderten auch komplett in ein Museum, zum Bespiel in das Internationale Mühlenmuseum nach Gifhorn. Die Stadt ist Teil der Niedersächsischen Mühlenstraße, die 90 Mühlen miteinander verbindet. Einige Mühlen verrichten weiterhin ihre Arbeit, sie mahlen wieder Getreide oder liefern Strom. Und hier schließt sich der Kreis der Geschichte, denn zumindest ein Teil des Stroms wird auch heute wieder über Windenergie gewonnen. 

Musik und Tanz

Die Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg locken jedes Frühjahr wieder zahlreiche Tanz- und Kulturbegeisterte nach Wolfsburg. Mit mitreißenden Choreografien, szenischen Lesungen und Konzerten zählen die Festwochen zu den bedeutendsten Festivals für zeitgenössischen Tanz in Europa.

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen sind das weltweit älteste Festival für Musik aus früheren Jahrhunderten. Die Festspiele finden ebenfalls im Frühjahr statt. Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, der Musikalische Sommer in Ostfriesland, das Morgenland-Festival Osnabrück, das Masala Festival für Weltmusik in Hannover, die Niedersächsischen Musiktage, die Festwochen Herrenhausen und die Gandersheimer Domfestspielen sind weitere sehens- und hörenswerte Veranstaltungen rund um die klassische Musik.

Im Sommer bilden das deutschlandweit bekannte Hurricane-Festival in Scheeßel und das Deichbrand-Festival bei Cuxhaven den Höhepunkt der Rock-Festival-Saison in Niedersachsen. Eines der größten Reggae-Festivals Deutschlands findet jährlich im Klosterpark in Bersenbrück statt.