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Weitere Ziele - Harte Fakten


Das Alte Land, das Wendland, Südniedersachsen, Oldenburg sowie die Mittelweserregion sind weitere beliebte Ziele in Niedersachsen. Obstbaumblüte, Storchenstraße, Grünkohl, Spargel oder das Eichsfeld sind bekannte Stichwörter für diese Regionen.

Hier stellen wir in loser Reihenfolge weitere Regionen aus Niedersachsen vor.

Oldenburger Land

Die Grafschaft Oldenburg entwickelte sich als Territorium seit dem späten 11. Jahrhundert. In dieser Zeit treten die Vorfahren der späteren Grafen von Oldenburg hier erstmals in Erscheinung. Der Bau der Oldenburg an der Stelle, an der heute das Oldenburger Schloss steht, erfolgte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, 1149 nennt sich ein Graf erstmals „Graf von Oldenburg“. Die Grafen von Oldenburg und Delmenhorst, wie sich seit dem 14. Jahrhundert nannten, erweiterten und arrondierten kontinuierlich ihr Herrschaftsgebiet, wobei sie vor allem nach Norden strebten. Ihr Territorium reichte schließlich von den Mooren des Emslandes im Westen bis zur Weser im Osten und im Norden bis zur Nordsee. Dabei umfasste es sächsisches und friesisches Siedlungsgebiet. Als 1667 der letzte Oldenburger Graf, Anton Günther, ohne legitimen Erben starb, kam die Grafschaft Oldenburg-Delmenhorst nach Erbstreitigkeiten für über hundert Jahre an Dänemark, denn 1448 war ein Oldenburger Graf König von Dänemark geworden.

1773 wurde Oldenburg unter dem Haus Holstein-Gottorp, einer Nebenlinie des dänischen Königshauses, wieder selbständig und 1774 zum Herzogtum Oldenburg erhoben. Als Fürstbischof von Lübeck hatte der neue Herzog noch Gebiete um Eutin inne, wo er zunächst noch vorwiegend residierte. Der zweite Oldenburger Herzog, Peter Friedrich Ludwig, verlegte die ständige Residenz wieder nach Oldenburg und begann damit, die Stadt entsprechend auszubauen. 1803 erhielt das Land Oldenburg Gebietszuwachs, als die vormals Münsterschen Ämter Cloppenburg und Vechta an Oldenburg fielen, 1817 um weitere Landstriche ergänzt, so dass sich das Herzogtum jetzt von den Dammer Bergen bis an die Nordsee erstreckte. Später folgten noch weitere kleinere Zugewinne, aber auch der Verlust des späteren Wilhelmshaven durch Verkauf an Preußen. Nachdem Oldenburg von 1810/11 bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich gehört hatte, verlieh der Wiener Kongress dem Herzog den Großherzogstitel, den aber erst sein Sohn für sich annahm. Außerdem erhielt Oldenburg das Fürstentum Birkenfeld im Hunsrück zugesprochen. Die Landesteile Herzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübeck (um Eutin herum gelegen, ohne die Hansestadt Lübeck) und Birkenfeld erhielten jetzt zusammen die Bezeichnung „Großherzogtum Oldenburg“. Oldenburg behielt im Verlauf des 19. Jahrhunderts seine Selbständigkeit, weil es sich mit Preußen verbündet hatte. Seit 1849/52 war Oldenburg eine konstitutionelle Monarchie. Der Großherzog dankte 1918 ab und Oldenburg wurde ein demokratisch verfasster Freistaat. 1937 verlor Oldenburg die Landesteile Lübeck und Birkenfeld und erhielt dafür Wilhelmshaven zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oldenburg 1946 Bestandteil des neu gegründeten Landes Niedersachsen, blieb aber noch ein Verwaltungsbezirk dieses Bundeslandes. Der Verwaltungsbezirk Oldenburg ging schließlich im Jahr 1978 im Regierungsbezirk Weser-Ems auf. Der Zuständigkeitsbereich der beiden großen Kirchen und verschiedener Körperschaften deckt sich bis heute mit den historischen Grenzen des ehemaligen Landes Oldenburg, der Zuständigkeitsbereich verschiedener anderer Körperschaften entspricht nach Verwaltungsreformen im Wesentlichen den alten Grenzen. Das Oldenburger Land besteht heute aus den drei kreisfreien Städten Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven sowie aus den sechs Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg, Vechta und Wesermarsch. Die Oldenburgische Landschaft, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, ist in diesem Gebiet zuständig. Sie wirkt mit „an der Pflege der und Förderung der kulturellen und historischen Belange des ehemaligen Landes Oldenburg“ und „pflegt das Kulturgut und fördert das kulturelle Schaffen in diesem Landesteil“, wie es im Gesetz über die Oldenburgische Landschaft heißt.

Das Wappen der Oldenburger Grafen war zunächst ein goldener Schild mit zwei roten Balken. Graf Gerd der Mutige erweitere das Wappen im 15. Jahrhundert um ein goldenes Steckkreuz in blauem Feld, so dass im gevierten Wappenschild der Balkenschild und der Schild mit dem Kreuz jeweils zweimal erschienen. Wie früher der Freistaat Oldenburg führt heute die Oldenburgische Landschaft dieses gevierte Oldenburger Wappen. Gleichzeitig verwendet die Oldenburgische Landschaft weiterhin die Oldenburgische Landesfahne mit liegendem rotem Kreuz auf blauem Grund.


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