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Ostfriesland - Harte Fakten


Weites Land hinterm Deich. - Moin! - so begrüßt man sich in Ostfriesland. Hier im äußersten Nordwesten Niedersachsen laden endlose Weiten zum Entspannen und aktiven Erleben ein. Ob per Rad vorbei an zahllosen Windmühlen oder bei einer gemütlichen Tasse Tee - genießen Sie die ostfriesische Lebensart!

Ostfriesland liegt im äußersten Nordwesten Niedersachsens an der Nordsee. Das Reisegebiet Ostfriesland besteht aus den Landkreisen Ammerland, Aurich, Friesland, Leer und Wittmund sowie den kreisfreien Städten Emden und Wilhelmshaven. Es umfasst neben dem Festland auch die Ostfriesischen Inseln und grenzt im Süden an die Stadt Oldenburg sowie die Landkreise Cloppenburg und Emsland an. Die als Meeresbuchten ausgeprägten Mündungen von Ems und Jade, der Dollart und der Jadebusen, ragen tief in das Land hinein und prägten so den Begriff der „ostfriesischen Halbinsel“. Etwa 1000 n. Chr. wurde mit der Eindeichung der Küstenlinie begonnen, so dass im 13. Jahrhundert erstmals eine geschlossene Deichlinie entlang der Nordseeküste entstand. Die Deiche ermöglichten den Menschen, von den Wurten und Warften auf die tiefer liegenden Marschgebiete umzusiedeln und neue Dörfer zu gründen. Vor allem aus der Notwendigkeit, mit eigener Kraft für den Deichbau und Hochwasserschutz sorgen zu müssen, entwickelte sich hier schon im Frühmittelalter ein eigener Menschenschlag mit einem starken politischen Selbstbehauptungswillen. Quer über die ostfriesische Halbinsel - von Nordwesten nach Südosten - verläuft der oldenburgisch-ostfriesische Geestrücken. Mit dem Ende der Eiszeiten begannen sich ausgedehnte Hoch- und Niedermoore zu bilden. Noch relativ jung ist die dritte typische Landschaftsform Ostfrieslands: die Marsch, die entlang der Küste und an den Flüssen durch Meeresablagerungen entstand.

Geschichte

Das Reisegebiet Ostfriesland setzt sich, bei Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung, aus dem ostfriesischen Teil im Westen und dem oldenburgischen Teil im Osten zusammen.

Die Ostfriesen schlossen sich, wie in den übrigen friesischen Regionen an der Nordsee, seit dem 12. Jahrhundert zu autonomen Landesgemeinden zusammen. Mit der Erhebung Ulrichs I. Cirksena zum Reichsgrafen in Jahre 1464 wurde ihre Landesherrschaft vom Reich formell anerkannt. Doch der Familie Cirksena gelang es nicht, sich im Landesinneren eine so starke Stellung aufzubauen, wie sie viele andere Landesherren hatten. Nach dem Aussterben der Cirksena im Jahre 1744 wurde Ostfriesland zunächst preußische Provinz und kam ab 1815 zu dem Königreich Hannover und gehörte nach 1866 zu der preußischen Provinz Hannover. Von 1885 bis 1978 war Ostfriesland ein Regierungsbezirk. Ostfriesland ist dem Bundesland Niedersachsen zugehörig, bestehend aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden.

Die Grafschaft Oldenburg entwickelte sich als Territorium seit dem späten 11. Jahrhundert. In dieser Zeit treten die Vorfahren der späteren Grafen von Oldenburg hier erstmals in Erscheinung. Der Bau der Oldenburg an der Stelle, an der heute das Oldenburger Schloss steht, erfolgte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, 1149 nennt sich ein Graf erstmals „Graf von Oldenburg“. Die Grafen von Oldenburg und Delmenhorst, wie sich seit dem 14. Jahrhundert nannten, erweiterten und arrondierten kontinuierlich ihr Herrschaftsgebiet, wobei sie vor allem nach Norden strebten. Ihr Territorium reichte schließlich von den Mooren des Emslandes im Westen bis zur Weser im Osten und im Norden bis zur Nordsee. Dabei umfasste es sächsisches und friesisches Siedlungsgebiet. Als 1667 der letzte Oldenburger Graf, Anton Günther, ohne legitimen Erben starb, kam die Grafschaft Oldenburg-Delmenhorst nach Erbstreitigkeiten für über hundert Jahre an Dänemark, denn 1448 war ein Oldenburger Graf König von Dänemark geworden.

Wappen:
Ein offizielles ostfriesisches Landeswappen gibt es heute nicht mehr, da Ostfriesland als Gebietskörperschaft nur noch in Form der Ostfriesischen Landschaft existiert. In der öffentlichen Wahrnehmung und durchaus auch in der praktischen Verwendung übernimmt heute jedoch nach wie vor das Wappen der ehemaligen ostfriesischen Grafen die Funktion eines ostfriesischen Landeswappens. Dieses Wappen vereint in sich die sechs Wappen der wichtigsten ostfriesischen Häuptlingsfamilien, in deren Nachfolge sich die Grafen und Fürsten sahen. Der Wappenspruch „Eala Frya Fresena“ deutet auf die Tradition der friesischen Freiheit hin. Die ostfriesische Flagge zeigt drei gleich breite Querstreifen in den Farben schwarz, rot und blau. Diese Farben sind dem gräflichen Wappen entnommen. Aber im Gegensatz zum Wappen hat die populäre ostfriesische Flagge heute wieder offiziellen Status, da sie von der Ostfriesischen Landschaft im Jahr 1989 offiziell angenommen wurde.

Das Wappen der Oldenburger Grafen war zunächst ein goldener Schild mit zwei roten Balken. Graf Gerd der Mutige erweitere das Wappen im 15. Jahrhundert um ein goldenes Steckkreuz in blauem Feld, so dass im gevierten Wappenschild der Balkenschild und der Schild mit dem Kreuz jeweils zweimal erschienen. Wie früher der Freistaat Oldenburg führt heute die Oldenburgische Landschaft dieses gevierte Oldenburger Wappen. Gleichzeitig verwendet die Oldenburgische Landschaft weiterhin die Oldenburgische Landesfahne mit liegendem rotem Kreuz auf blauem Grund.

Ostfriesische Landschaft:
Die höchste regionale Vertretung Ostfrieslands ist die Ostfriesische Landschaft. Mit knapp 550 Jahren ist sie die traditionsreichste Kultureinrichtung der Region und hat die Aufgabe Kultur, Wissenschaft und Bildung zeitgemäß zu repräsentieren und umzusetzen.

Die „Friesische Freiheit“
Seit dem 8. Jahrhundert hielt Ost-Friesland einen Sonderstatus im Römischen Reich Deutscher Nation inne; ein Privileg, das sich bis in diese Tage in dem charakteristischen Merkmal von Land und Leute widerspiegelt. Hierzulande gilt noch heute der Grußspruch: „Eala Frya Fresena – Seid gegrüßt ihr freien Friesen“. Bäuerliche Landgemeinden – Bauernrepubliken – bildeten eine Art „friesische UNO“ des Mittelalters. Sie entwickelten Strategien zur Verteidigung der friesischen Freiheit und berieten friesische Rechtsfragen. An den alten Versammlungsort der Friesen erinnert der Upstalsboomhügel bei Aurich.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft war jahrhundertelang der Haupterwerbszweig der Ostfriesen. Auch heute spielt die Landwirtschaft in Ostfriesland noch eine große Rolle. Besonders die Milchwirt-schaft ist stark ausgeprägt.

Die zunehmende Bedeutung der regenerativen Energieerzeugung hat vielen Landwirten ein zusätzliches Einkommen ermöglicht – sei es durch Windkraft-, Photovoltaikanlagen oder durch Biomasse-Kleinkraftwerke.

Der Südosten der Ostfriesischen Halbinsel, das Ammerland, gehört zu den bedeutendsten Anbaugebieten für Baumschulpflanzen in Europa. Allein 350 Haupterwerbsbaumschulen sind hier ansässig, da sehr gute natürliche Voraussetzungen gegeben sind: maritimes Klima, gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge, sowie gute Böden für die Kulturen. Die besondere Bedeutung der Baumschulwirtschaft liegt in der Urproduktion und damit der hohen Wertschöpfung in den Unternehmen. Der Umsatz in der Baumschulwirtschaft ist in etwa vergleichbar mit dem zehnfachen Wert in der Industrie.

Bis heute gibt es mehrere kleine Kutterflotten in Ostfriesland. Die Nordseegarnele heißt in Ostfriesland Krabbe. Die Häfen von Ditzum, über Greetsiel, Neuharlingersiel, Hooksiel bis Varelerhafen sind Heimathäfen der Krabbenkutter.

Größte Werft der Region ist die Meyer Werft im emsländischen Papenburg mit etwa 2.500 Beschäftigten. In Ostfriesland sind zudem weitere kleinere Werften, u.a. in Emden und Leer, ansässig. Nach Hamburg ist Leer der zweitgrößte Seereederei-Standort Deutschlands.

Enercon, der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen, hat seinen Hauptsitz in Aurich. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist das Bier des Friesischen Brauhauses zu Jever, das friesisch herbe Jever Pilsener. Und schließlich nicht zu vergessen haben mehrere Teehandelshäuser ihre Heimat in Ostfriesland.

„20 Gründe für Ostfriesland“

Unter dem Titel „20 Gründe für Ostfriesland“ hat die Ostfriesland Tourismus GmbH eindrucksvoll die Vielfalt dieser Region dokumentiert:
1. „Dat Otto Huus“ in Emden von Otto Waalkes
2. Amdorfer Autobrücke - die schmalste Autobrücke Deutschlands
3. Radfahren von der Nordsee bis ins grüne Binnenland
4. Boßeln – Ostfrieslands Nationalsport Nr. 1
5. Friesisches Brauhaus zu Jever mit Brauereimuseum
6. Teemuseen in Leer und Norden
7. Wurten: Rysum und Ziallerns - Durch den Anstieg des Meeresspiegels um 300 v. Chr. mussten die Ostfriesen ihre Behausungen auf künstlich aufgeworfenen Hügeln errichten.
8. „Dr. Martin“ aus dem ZDF besuchen - Kulisse dieser Serie mit Axel Milberg ist das idyllische Fischerdorf Neuharlingersiel.
9. Matjestage in Emden
10. Heiraten auf einem Leuchtturm
11. Infobox JadeWeserPort - das Informationszentrum
12. Nordsee Spielstadt Wangerland
13. Seehundaufzuchtstation und Waloseum
14. Gallimarkt Leer
15. Schlickschlittenrennen Greetsiel
16. Oldenburger Landesturnier - als größtes Schaufenster der Oldenburger Pferdezucht
17. Kunsthalle Emden
18. Badehaus auf Norderney
19. Reitsport-Touristik- Centrum in Timmel
20. Volle Fahrt voraus per Paddel und Pedal - abwechselnd paddelnd und in die Pedale tretend das Land erkunden

Berühmt

In Friesland begrüßt man sich mit „Moin“. Oft missverstanden als Verkürzung von „Morgen“ erklären doch die meisten, meist älteren Ostfriesen den Gruß so: „Moin“ ist die abgekürzte bzw. zusammengezogene Form von dem Gruß: „Moi’n Dag!“ = „Schönen/guten Tag!“ , zumal das „Moi“, für: schön bzw. gut („Dat is moi“) – ein oft und gern gebrauchtes Wort im ostfriesischem Platt ist. Ostfriesland hat im Laufe der vergangenen Jahrhunderte - und bis heute - eine Reihe von bekannten Persönlichkeiten hervorgebracht.
Der international bekannteste Ostfriese dürfte der aus Emden stammende Filmregisseur Wolfgang Petersen sein. Zu den national bekannten Ostfriesen gehören darüber hinaus die ebenfalls aus Emden kommenden Komiker Otto Waalkes und Karl Dall. Auch in Emden geboren wurde Henri Nannen. „Stern“-Gründer Henri Nannen baute 1986 in seiner Heimatstadt Emden ein Haus für seine Sammlung der Kunst des 20 Jahrhunderts. Die Kunsthalle Emden ist inzwischen der kulturtouristische „Leuchtturm“ Ostfrieslands. Weitere berühmte Ostfriesen: Dieter Eilts, Heiko Engelkes, Scooter (Hans-Peter Geerdes), Tamme Hanken. Wahl-Ostfriese, weil nicht hier geboren, ist z.B. der Seeräuber Klaus Störtebeker, der sich im 14. Jahrhundert die Lage Ostfrieslands an Seewegen bei gleichzeitiger Abgeschiedenheit auf dem Landwege zunutze machte.

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