„Pax optima rerum“ - der Friede ist das höchste Gut. Diese Einsicht stand 1648 am Ende des Dreißigjährigen Krieges und war die zentrale Botschaft des Westfälischen Friedens, der in Münster und Osnabrück ausgehandelt wurde. Von mittelalterlichen Gassen umgeben liegt das historische Rathaus mit seinem Friedenssaal in der Osnabrücker Altstadt. Seit Anfang 2008 ist Osnabrück Mitglied im Städtebund der „Historic Highlights of Germany". Jede dieser 14 Mitgliedsstädte hat die Geschichte Deutschlands geprägt und architektonische und künstlerische Zeugnisse hinterlassen, die zu einer Zeitreise einladen.
Osnabrück ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen mit derzeit rund 163.000 Einwohnern. Die Stadt liegt zwischen Münster und Bremen und an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt Niedersachsens sowie eines der Oberzentren des Landes. Mit ihrem Beinamen „Friedensstadt“ fühlt sich die Stadt auch heute noch einer starken Friedenskultur verpflichtet. Verschiedene so genannte Friedensorte zeugen von dem Engagement für Toleranz, interkultureller Verständigung sowie der Unterstützung für Friedensforschung und Menschenrechtspolitik: Dazu gehören die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Deutsche Stiftung Friedensforschung, das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum, das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes sowie das nach den Plänen des amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind erbaute Felix-Nussbaum-Haus.
Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen mit Turmhöhen bis zu mehr als 100 Metern geprägt. Die historische Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens erstreckt sich im nördlichen Teil der Innenstadt. Trotz der starken Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, bei der rund 95 Prozent der mittelalterlichen Altstadt und mehr als 65 Prozent des übrigen Stadtgebietes Opfer von alliierten Luftangriffen wurden, finden sich viele wiederaufgebaute Gebäude des Klassizismus und aus der Zeit des Rokoko sowie Häuser in Fachwerkbauweise. Das sind mehr als in jeder anderen Stadt Deutschlands, Osnabrück wird daher auch die „Hauptstadt der Steinwerke“ genannt.
Osnabrück hat kulturell viel zu bieten. Ein jährliches Highlight sind zum Beispiel die Wochen der Kulturen in den Sommermonaten mit vielen Veranstaltungen oder das European Media Art Festival- ein internationales Festival der Medienkunst, das seit 1981 jährlich in Osnabrück stattfindet.
Wirtschaft
Osnabrück ist Oberzentrum für das südwestliche Niedersachsen und Teile des angrenzenden Westfalen. Viele Menschen aus den Umlandgemeinden arbeiten in der Stadt und nutzen sie als Einkaufs- und Erlebniszentrum. Mit seiner industriellen Prägung ist Osnabrück ein wichtiger Standort für die Metall- und Logistikbranche. Zu den größten Unternehmen zählen hier die KM Europa Metal und Hellmann Worldwide Logistics sowie die international agierenden Speditionen Meyer & Meyer, Sostmeier und Koch International.
Weitere bedeutende Unternehmen mit Hauptsitz in Osnabrück sind: die Konditorei Coppenrath & Wiese, das Drogerieunternehmen Ihr Platz, der Automobilzulieferer Wilhelm Karmann, das Bauunternehmen Köster, die NordWestBahn, die im Bereich Gebäudemanagement tätige Firma Piepenbrock, das Schuhhandelsunternehmen der Reno-Gruppe sowie das Unternehmen für Kraftfahrzeugteile Wessels + Müller.
Rund 18.000 Studenten studieren an der Universität Osnabrück beziehungsweise an der Fachhochschule Osnabrück.
Berühmt
Bekanntester Sohn der Stadt ist sicherlich der Schriftsteller Erich Maria Remarque, dessen später auch verfilmter Roman „Im Westen nichts Neues“ 1929 um die Welt ging. 1991 rief seine Heimatstadt ihm zu Ehren den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis ins Leben. Alle zwei Jahre würdigt die Stadt damit belletristische, journalistische und allgemeinverständliche wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den Themen innerer und äußerer Frieden auseinandersetzen.
In Erinnerung an den in Osnabrück aufgewachsenen Maler Felix Nussbaum, entwarf der Architekt Daniel Libeskind ein „Museum ohne Ausgang“. Das ungewöhnliche Gebäude beherbergt mit über 180 Bildern einen Großteil seiner Werke, rund 90 sind dort ausgestellt. Nussbaum musste wegen seiner jüdischen Abstimmung 1932 ins belgische Exil fliehen. 1944 wurde er im NS-Vernichtungslager Ausschwitz ermordet.
Auch Landesvater Christian Wulff (CDU) stammt aus Osnabrück, ebenso Olaf Scholz (SPD).
Die Osnabrücker gelten als norddeutsch-bedächtigund gleichzeitig erfindungsreich. Als kulinarische Delikatesse gilt- neben dem im norddeutschen Raum bekannten Grünkohl und dem Schwarzbrot Pumpernickel- der Ramanken-Eintopf. Das traditionelle Herbst-Gericht besteht vor allem aus Steckrübe, im Osnabrücker Raum auch Ramanke genannt. Weitere Zutaten sind Kartoffel, Bohnen, Erbsen, Möhren, Lauch und Sellerie- und für den besonderen Geschmack süße gekochte Birnen. Ein Brötchenspezialität, die es nur im Raum Osnabrück gibt, ist das Springbrötchen, das seinen Namen der aufgesprungenen Bebäckoberfläche verdankt. Besonders zur Karnevalszeit werden gerne Hedeweggen, ein Rosienenbrötchen ähnliches Gebäck, zu Tee und Kaffee gereicht.



