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Lüneburger Heide - Harte Fakten


„Wandle still, so werden Dir geheime Dinge kund“ - Die Heide hat ihren eigenen, überraschenden Charakter. Die Landschafts- und Vegetationsformen bieten ein wechselndes, facettenreiches und spannendes Naturerlebnis, das in Europa einmalig ist. In den drei Naturparks der Heide wird der Natur verbundene Gast von der Schönheit der Landschaft überwältigt.

Die „Lüneburger Heide“ bezeichnet eine große Heide-, Geest- und Waldlandschaft im Nordosten Niedersachsens. „Erst vor 100 Jahren als Erholungsgebiet entdeckt, lag die Heide lange abseits an der Grenze zur DDR und blieb bis heute sandig, idyllisch und voller Einsamkeiten“, so ist auf der Website der Niedersächsischen Landeregierung zu lesen. Grob beschreibt die „Lüneburger Heide“ das Gebiet zwischen der Linie Buchholz/Winsen/Lüneburg im Norden und Hodenhagen/Celle/Gifhorn im Süden. Der höchste Berg ist der Wilseder Berg mit immerhin 169,2 Metern Höhe. Namensgeber für die Landschaft sind die Stadt Lüneburg und das Heidekraut - wie die gemeine Besenheide (Caluna vulgaris) und die Moorheide (Erika textralix). Die Lüneburger Heide ist eine einzigartige Kulturlandschaft; historische Städte und Dörfer wechseln sich ab mit weiten einsamen Gegenden. Dies macht diesen Landstrich zu einem bedeutenden Tourismusschwerpunkt in Norddeutschland.

Geschichte/Geografie

In der Lüneburger Heide gibt es zahlreiche Hügelgräber und Megalithanlagen aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit. Bereits seit 3000 vor Christus wurde hier Landwirtschaft betrieben. Brandrodungen und früher Ackerbau führten schnell zur Bodenverarmung. Bereits in dieser Zeit entstanden die ersten Heideflächen. In den ländlichen Gebieten der Region spricht man zum Teil bis heute einen plattdeutschen Dialekt namens Heidjerisch. „Heidjer“ nennt man die Bewohner der Lüneburger Heide.

Um 1800 herum war noch nichts zu spüren, von einer positiven Wahrnehmung des einzigartigen Landschaftsbildes der Lünebürger Heide. Eher als lebensfeindlich und bedrohlich wurde sie empfunden. Eine Reisebeschreibung aus der Zeit belegt dies eindrucksvoll: „Ich war gewiss nicht vorbereitet eine schöne Natur zu finden, aber ich dachte nicht, dass das Land gar so elend wäre. Mich dünkt, es ist der schlechteste Strich von einem solchen Umfange, der mir jemals vorgekommen. Der Boden dieses Geländes ist eine ungeheure Sandwüste, die von Natur ganz nackt ist oder Heidekraut oder dürre stechende Halme hervorbringt.“ (Küttner 1804)

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten erstmals von der Romantik inspirierte, positive Beschreibungen der Lüneburger Heide auf. Da die Heideflächen in Norddeutschland durch Ackerbau und Aufforstungen immer mehr dezimiert wurden, erschienen sie jetzt als schützenswert. Die Tatsache, dass hier später der größte europäische Truppenübungsplatz bei Bergen in der Südheide entstehen sollte, tat zwar einer gewissen „Heideromantik“ Abbruch; auf dem für lange Zeit nicht mehr öffentlich zugänglichen Gebiet entwickelte und bewahrte sich ein einzigartiger Naturraum. 1994 übergaben die Briten die so genannten „Roten Flächen“ an den Verein Naturschutzpark, der mit Hilfe von Geldern des Bundes Renaturierungsarbeiten in Angriff nahm.

Das Kerngebiet des Naturparks Lüneburger Heide ist das gleichnamige Naturschutzgebiet. Die Gesamtgröße des Naturschutzgebietes beträgt ca. 23.440 Hektar. Davon sind über 60 % Wald, 13 % Heide, 8,5 % Ackerland, 3 % Grünland, 2 % Moore und 1,5 % Siedlungen, Gewässer usw.

Wirtschaft

Das Gebiet der Lüneburger Heide war immer schon dünn besiedelt und ländlich geprägt. Heute leben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung der Landkreise Harburg und Soltau-Fallingbostel in Ortsteilen mit weniger als 1.000 Einwohnern. Im Vergleich zum niedersächsischen Durchschnitt hat die Landwirtschaft und das Gastgewerbe in diesen beiden Landkreisen eine überproportional große Bedeutung. Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide wird pro Jahr von mehr als vier Millionen Besuchern aufgesucht. Nicht nur weil die Lüneburger Heide eine hohe Freizeitparkdichte hat- der berühmteste ist der Heidepark Soltau - ist sie bevorzugtes Naherholungsziel für die umgebenden Großstädte Hamburg, Hannover und Bremen.

Kulinarisches

Die Küche der Lüneburger Heide bietet viele landestypische Spezialitäten. Die berühmte Heidekartoffel, den Spargel, Heidehonig und den Heidschnuckenbraten kennt fast jeder. Weniger bekannt sind dann schon der fangfrische Fisch „Stint“, Schnuckenbräu, hausgemachte Buchweizenpfannkuchen mit Kulturheidelbeeren und Heideküsschen-Schnaps. All das wird vom Heidjer mit einem einladenden Spruch serviert: „Nu lat dir dat smecken“.

Berühmt

Zahlreiche Schriftsteller und Maler beschrieben die Schönheit der Heide, insbesondere zur Zeit der Heideblüte im August und September. Ein wichtiger Heidemaler war Eugen Bracht.

Der bedeutendste Heidedichter ist unbestritten der Heimatschriftsteller Hermann Löns (1866-1914), der zeitweise in einer Jagdhütte bei Westenholz lebte. Er verarbeitete die Heidelandschaft in seinen Werken und setzte sich für die Gründung des ersten deutschen Naturschutzgebietes in der Lüneburger Heide ein.

„Lass Deine Augen offen sein, geschlossen Deinen Mund und wandle still, so werden Dir geheime Dinge kund.“ schrieb Hermann Löns in einem seiner Gedichte über die Lüneburger Heide.

Auch das Gedicht „Der Heideknabe“ aus dem Jahr 1844 von Friedrich Hebbel betont die unheimliche Stimmung und die Einsamkeit der Heide:
„… Hinaus aus der Stadt! Und da dehnt sie sich,
Die Heide, nebelnd, gespenstiglich,
Die Winde darüber sausend,
Ach, wär hier ein Schritt, wie tausend!
Und alles so still, und alles so stumm,
Man sieht sich umsonst nach Lebendigem um,
Nur hungrige Vögel schießen
Aus Wolken, um Würmer zu spießen ...“

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