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Große Auswahl am Tag der Architektur

Programm bietet Einblick vom Hochhaus bis zum Einfamilienhaus

Der Tag der Architektur findet bundesweit am Sonntag, 24. Juni, statt. Viele tausend Menschen nutzen in ganz Deutschland die Chance, neue Architektur zu erleben – Hochbauten ebenso wie Innen- und Landschaftsarchitektur. Insgesamt 102 Neubauten hat eine Jury für Niedersachsen und Bremen ausgewählt. Davon befinden sich neun Projekte allein in Wolfsburg. Von den jeweiligen Architekten werden dazu 28 Führungen angeboten. Sie erklären ihre Baukunst und stellen sich den Fragen und Meinungen der Besucher. Vom Hochhaus im Stadtzentrum bis zum Einfamilienhaus in dörflicher Umgebung reicht die Bandbreite. Die Bauten sind von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

"Die getroffene Auswahl der Architektenkammer Niedersachsen ist ein eindrücklicher Beleg für die Sinnfälligkeit von Architekturwettbewerben", freut sich Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide, denn viele der Projekte in Wolfsburg gingen aus Wettbewerbsverfahren hervor, die das Baudezernat der Stadt zum größten Teil intensiv begleitet hat. Dazu zählt der Wolfsburger Nordkopf Tower, der Architekten Schulz und Schulz (Leipzig), die den ersten Bauabschnitt Ende 2017 den Bauherren der Stadtwerke Wolfsburg AG übergeben haben und die aktuell die Sanierung des Bestandsgebäudes weiterführen.
Das neue Kunden- und Verwaltungszentrum für über 400 Mitarbeiter erweitert den sanierungsbedürftigen Firmensitz aus dem Jahr 1961. Die viergeschossige Basis nimmt die Höhen des angrenzenden Quartiersblocks auf und überführt diese in einen 36 m hohen, über die Ecke des Blocks auskragenden Turm. Als weithin sichtbarer Hochpunkt besetzt er im Zusammenspiel mit der Experimentierwelt Phaeno die Schnittstelle zwischen City und VW-Autostadt. Mit seiner auffälligen Fassade und dem nachhaltigen Gebäudekonzept befindet sich das Projekt auch in der engeren Wahl für den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur, der in Kürze entschieden wird.

Auch für die Sanierung der Carl-Hahn-Schule am Schachtweg und für die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Marien in der Nordstadt wurden zunächst jeweils mehrere Entwürfe verglichen und die Beiträge von pbr Eustrup (Braunschweig) für den Schulbau sowie Thomas Möhlendick Architekten (Braunschweig) für die Kindertagesstätte umgesetzt.

Der Neubau der Carl-Hahn-Schule fügt die beiden Bestandsbauten zu einer funktionalen Einheit zusammen. Als linearer Baukörper bildet er die Raumkante für zwei neue Plätze, den inneren Schulhof und den außen liegenden Campusplatz. Daneben ist ein offenes Lernzentrum mit multimedialen Selbstlernangeboten im Neubau entstanden.

Ziel des Kita-Umbaus an der Schulenburgallee war es, den Kindern eine Umgebung zu schaffen, die Geborgenheit vermittelt. Das Thema der Vor- und Rücksprünge wird aufgegriffen, wodurch der Eindruck einer kleinen Stadt entsteht. Große, bodentiefe Fenster und ein Lichthof ermöglichen unterschiedliche Aus- und Einblicke.

Auch spiegelt das Programm die enorme Bautätigkeit im Bereich Wohnungsbau in Wolfsburg wider. Gezeigt wird hier der Lessingpark im Handwerkerviertel, der vom Büro ASP Architekten Schneider Meyer Partnerschaft aus Hannover entworfen wurde. Mit 80 Stadtwohnungen auf einer Tiefgarage mit 120 Stellplätzen ist ein hochwertiges Wohnangebot in der Innenstadt geschaffen worden und gleichzeitig ein neues Quartier mit ganz eigener Identität.

Ein privates Wohnhaus in Velstove haben die Braunschweiger Architekten Varnhorn + Stindt für eine vierköpfige Familie entwickelt. Das Haus R beeindruckt durch sein offenes Raumgefüge und einen fast sechs Meter hohen Wohn- und Essbereich.

Wohnen ganz anderer Art bietet das Yard Boarding Hotel in Nordsteimke, erbaut auf dem Rittergut des Grafen von der Schulenburg von Keferstein + Sabljo Architekten (Hannover). Die ehemaligen Stallungen und Wirtschaftsgebäude, die sich seit 1846 im Besitz der Familie befinden, wurden mit umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen der neuen Nutzung zugeführt und um ein neues Gebäude ergänzt. Die Leitidee dieses Entwurfes war es, den ursprünglichen Charakter und die Gebäudestruktur des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles erlebbar zu halten. Neue Elemente sind zurückhaltend und präzise eingesetzt und in ihrer Materialität ursprünglich und ehrlich.

Ein ähnliches Projekt in sehr viel kleinerem Maßstab ist die Sanierung des Wohnhauses Pröttel im Ortsteil Heiligendorf. Der Architekt Leonhard Pröttel hat das Kleinbauernhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts instand gesetzt, energetisch modernisiert und barrierefrei ausgebaut, nachdem es zuvor deutlich überformt und vieler seiner Qualitäten beraubt war.
Auch ein Hotelneubau befindet sich unter den präsentierten Projekten. Das Hotel Courtyard by Marriot am Allersee wurde entworfen von Reichel + Stauth Architekten (Braunschweig). Der zweifach gebogene Baukörper mit gerundeten Gebäudeecken fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild. Die Baumkronen westlich der Waldallee überragen den Hotelneubau, so dass die maßstäbliche Einbindung in den Naturraum gewährleistet ist.

Broschüren zum Tag der Architektur 2018 mit allen Informationen zu den kostenfreien Führungsangeboten sind unter anderem im Rathaus Wolfsburg und in der Kulturinfo des Alvar-Aalto-Kulturhauses erhältlich. Weitere Informationen sind auch unter www.aknds.de zu finden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zusätzlich wird vom 14. bis 24. Juni ein buntes Programm in ganz Niedersachsen im Rahmen der sogenannten Architekturzeit geboten.